Kapitel 9
“Change will not come if we wait for some
other person or some other time. We are the ones we've been waiting for.
We are the change that we seek.” – Barack Obama
Ich stand mit Edward an der Seite der Bühne. Ich war glücklich heute noch nicht meinen ersten Fernsehauftritt zu haben, aber jener würde mich nach unseren Flitterwochen erwarten. Bis dorthin hatte ich jedoch noch gut fünf Wochen Zeit. Die letzten Tage waren wie im Flug vergangen. Ich hatte viel für meine Staatsexamen lernen müssen, um diese so wie ich sie nun absolviert hatte, zu bestehen. Mit Sofia, Lily und Mia hatte ich ordentlich gebüffelt. Ethan hatte ab und zu vorbei gesehen, jedoch waren seine Besuche immer nur von kurzer Dauer. Er hatte mich auch nach dem Abend bei Edward so anders angesehen. Bei der Abschlusszeremonie, an der die derzeitige First Lady eine Rede hielt, da sie ebenfalls in Harvard studiert hatte, hatte er mich vollkommen ignoriert. Ich wusste nicht, was mit ihm los war. Nach der Zeremonie war die First Lady zu mir gekommen und meinte, dass sie demnächst sowohl ein Treffen arrangieren würde, als mir auch im Falle des Wahlsieges helfen würde mich im Weißen Haus zurechtzufinden. Sie war äußerst liebenswürdig und ich wusste, dass ich in große Fußstapfen treten müsste.
„Mein erster Gast heute, wird Geschichte machen, wenn er der jüngste Präsident der USA wird. Es ist mir eine Ehre Senator Edward Cullen hier in meiner Show begrüßen zu dürfen.“ Mit diesen Worten riss mich Ellen DeGeneres aus meinen Gedanken. Musik wurde eingeblendet und die Assistentin neben uns gab ihm das Zeichen nach vorne zu gehen. Lässig schlenderte er auf die Bühne und ich merkte, wie die Frau seinen Arsch taxierte. Am Ende der Stufen blieb er stehen und machte ein paar Tanzschritte. Ellen machte es ihm gleich und das Publikum applaudierte wie wild.
„Coole Moves“, sagte Edward, als die beiden ihre Bewegungen nebeneinander fortsetzen. Während sie tanzten, kreischten immer wieder Frauen. Man wurde hier sich wirklich der Wirkung von seinem Charme bewusst. Nun war es nicht verwunderlich, dass viele Frauen ihn wählten. Langsam wurde die Musik ausgeblendet und Edward zog Ellen in eine Umarmung und es gab die normale Begrüßung vor der Kamera: Küsschen recht, Küsschen links. Danach setzten sie sich auf ihre Plätze und das Publikum ließ sich ebenfalls nieder.
„Also ich muss gestehen, Sie sind der beste Tänzer, der mir bis jetzt untergekommen ist“, sagte Ellen und lachte gemeinsam mit Edward. Entspannt saß er in seinem Sessel und hatte die Beine übereinander geschlagen. Man konnte glauben, er würde gleich über das letzte Football Spiel reden und nicht Fragen über ihn und seine Politik beantworten müssen. Was mir in den letzten Wochen sehr aufgefallen war, war, dass er seine Privatsphäre sehr zu schützen versuchte.
„Ihre Moves sind aber auch nicht zu unterschätzen.“ Er zwinkerte ihr zu und ein paar Frauen begannen abermals zu kreischen. Hoffentlich hyperventilierten sie nicht und kippten um. Das könnten wir nicht schon wieder brauchen. Es reichte, als das heute beim Eingang zum Studio passiert war.
Ich stand mit Edward an der Seite der Bühne. Ich war glücklich heute noch nicht meinen ersten Fernsehauftritt zu haben, aber jener würde mich nach unseren Flitterwochen erwarten. Bis dorthin hatte ich jedoch noch gut fünf Wochen Zeit. Die letzten Tage waren wie im Flug vergangen. Ich hatte viel für meine Staatsexamen lernen müssen, um diese so wie ich sie nun absolviert hatte, zu bestehen. Mit Sofia, Lily und Mia hatte ich ordentlich gebüffelt. Ethan hatte ab und zu vorbei gesehen, jedoch waren seine Besuche immer nur von kurzer Dauer. Er hatte mich auch nach dem Abend bei Edward so anders angesehen. Bei der Abschlusszeremonie, an der die derzeitige First Lady eine Rede hielt, da sie ebenfalls in Harvard studiert hatte, hatte er mich vollkommen ignoriert. Ich wusste nicht, was mit ihm los war. Nach der Zeremonie war die First Lady zu mir gekommen und meinte, dass sie demnächst sowohl ein Treffen arrangieren würde, als mir auch im Falle des Wahlsieges helfen würde mich im Weißen Haus zurechtzufinden. Sie war äußerst liebenswürdig und ich wusste, dass ich in große Fußstapfen treten müsste.
„Mein erster Gast heute, wird Geschichte machen, wenn er der jüngste Präsident der USA wird. Es ist mir eine Ehre Senator Edward Cullen hier in meiner Show begrüßen zu dürfen.“ Mit diesen Worten riss mich Ellen DeGeneres aus meinen Gedanken. Musik wurde eingeblendet und die Assistentin neben uns gab ihm das Zeichen nach vorne zu gehen. Lässig schlenderte er auf die Bühne und ich merkte, wie die Frau seinen Arsch taxierte. Am Ende der Stufen blieb er stehen und machte ein paar Tanzschritte. Ellen machte es ihm gleich und das Publikum applaudierte wie wild.
„Coole Moves“, sagte Edward, als die beiden ihre Bewegungen nebeneinander fortsetzen. Während sie tanzten, kreischten immer wieder Frauen. Man wurde hier sich wirklich der Wirkung von seinem Charme bewusst. Nun war es nicht verwunderlich, dass viele Frauen ihn wählten. Langsam wurde die Musik ausgeblendet und Edward zog Ellen in eine Umarmung und es gab die normale Begrüßung vor der Kamera: Küsschen recht, Küsschen links. Danach setzten sie sich auf ihre Plätze und das Publikum ließ sich ebenfalls nieder.
„Also ich muss gestehen, Sie sind der beste Tänzer, der mir bis jetzt untergekommen ist“, sagte Ellen und lachte gemeinsam mit Edward. Entspannt saß er in seinem Sessel und hatte die Beine übereinander geschlagen. Man konnte glauben, er würde gleich über das letzte Football Spiel reden und nicht Fragen über ihn und seine Politik beantworten müssen. Was mir in den letzten Wochen sehr aufgefallen war, war, dass er seine Privatsphäre sehr zu schützen versuchte.
„Ihre Moves sind aber auch nicht zu unterschätzen.“ Er zwinkerte ihr zu und ein paar Frauen begannen abermals zu kreischen. Hoffentlich hyperventilierten sie nicht und kippten um. Das könnten wir nicht schon wieder brauchen. Es reichte, als das heute beim Eingang zum Studio passiert war.
***
Der SUV hielt und die Autotür wurde aufgemacht. Vor dieser standen zwei Secret Service Agenten und blockten uns vor den neugierigen Blicken der Reporter und der wartenden Masse ab. Es war höchstes Sicherheitsaufgebot, soweit das für einen Senator zugänglich war. Als wir beide ausgestiegen waren – Edward als erster, dann ich – wurden wir sofort von vier Agenten flankiert. Wenn das so werden würde, wenn er gewählt wird, dann konnte ich mich schon auf etwas gefasst machen. Denn erst langsam und erst recht durch diese Situation wurde mir klar, wie sehr sich unser Leben doch verändern würde. Ich hatte es schon bei unserer Abschlusszeremonie in Harvard bemerkt, welche vor zehn Tagen war.
„Ist es sicher genug, dass ich ein paar Hände schütteln kann? Ich möchte mit meinen Wählern in Kontakt sein und nicht einfach niemand beachtend durchgehen.“
„Sir, wir haben das Gelände gesichert, doch es besteht immer noch ein Risiko.“ Edward nickte dem Agenten zu und trat aus unserer kleinen Mauer vor. Zielstrebig ging er zu den wartenden Menschen und schüttelte ein paar Hände, machte Fotos und lächelte die ganze Zeit über.
„Willst du es nicht auch versuchen?“, fragte Angela neben mir und lächelte mir aufmunternd zu. Das war das erste Mal, dass ich als Edwards Verlobte bei einem „offiziellen“ Anlass dabei war. Mir fehlte hierbei eindeutig die Übung. Doch ich wäre nicht Isabella Swan, wenn ich nicht meine Schultern gestrafft hätte und zu den beiden kleinen Kindern beim Zaun gegangen wäre. Beide hielten einen kleinen Strauß Blumen in der Hand und streckten mir jene entgegen. Die zwei Mädchen waren so zuckersüß, dass ich in die Hocke ging – immer darauf bedacht, den Fotografen keine verfängliche Situation zu bieten – und nahm einen der beiden Sträuße entgegen. Danach bedankte ich mich herzlich und spürte, wie sich eine Hand auf meine Schulter legte. Edward stand neben mir und sah die beiden ebenfalls an. Er machte die gleiche Prozedur wie ich. Als ich aufstand, ging er weiter zu einer Gruppe von Frauen, während ich mit der Mutter der Kinder kurz redete. Doch das Gespräch wurde jäh unterbrochen, als ich verzweifeltes Schreien wahrnahm und sah, wie eine junge Frau von zwei Männern gehalten wurde. Sofort versammelten sich die Agenten um uns und geleiteten uns in das Gebäude.
***
Vor ein paar Minuten hatte es sich herausgestellt, dass die Frau vor Begeisterung Edward gesehen zu haben, ohnmächtig geworden war. Als ich das gehört hatte, konnte ich nur die Augen verdrehen.
„Nun gut, viele Menschen finden Sie charmant, charismatisch und geeignet als Präsident.“ Das Publikum applaudierte wieder heftig und als sie sich beruhigt hatten, sprach Ellen weiter. „Doch ich selbst verstehe nicht viel von Politik, deshalb werde ich auch keine vertiefenden Fragen in diesem Bezug stellen. Was mich jedoch interessiert, wer ist der Mann hinter dem Senator?“
„Wissen Sie, ich bin ein Mann wie jeder andere. Nur dass ich die Politikkarriere eingeschlagen habe, was anscheinend auch gut so ist. Ich bin im Übrigen in einer Familie groß geworden, in der mein Vater viel arbeitete, was er heute immer noch tut. Meine Mutter kümmerte sich stets um meine Schwester und mich. Wir Kinder waren immer froh, wenn unser Dad nachhause kam, da wir ihn selten sahen. Wir liebten unsere Mutter und tun es immer noch, doch es ist etwas anderes, wenn ein Elternteil nachhause kommt, den man nur selten sieht. In diesem Fall freut man sich mehr. Es gab und gibt immer noch ein starkes Band in unserer Familie. Ich weiß es nicht, wie es ist in einer Familie aufzuwachsen, in der es nicht so harmonisch und glücklich zugeht, doch was ich weiß, ist, dass jedes Kind und jeder Jugendliche so eine Familie verdient hat. Ich liebe meine Verlobte und möchte mit ihr genauso eine glücklich Familie gründen, wie ich sie selbst erlebt habe und ich möchte den US-Bürgen genau die gleiche Chance geben, denn jeder hat das Recht darauf glücklich zu sein.“
Das hatte ich bis jetzt nicht gewusst. Vor allem seine „Familienpläne“. In unserem beidseitigen Vertrag – in den letzten Wochen hatte ich trotz des Lernstresses es geschafft meinen Anwalt zu konsultieren und mit ihm einen Vertrag aufzusetzen – mussten wir Kompromisse eingehen. Den ganze Vertrag – um ja all meine Rechte zu kennen – hatte ich in den letzten Tagen auswendig gelernt. Am Tag unserer Hochzeit, die in zwei Wochen stattfinden würde, müssten wir beide das Papier unterschreiben. Wir beide haben unsere Anwälte aufeinandergehetzt, jedoch musste ich mir mehr eingestehen als er. Ich hatte den Verdacht, dass Edward meinen Anwalt gekauft hatte…
***
Ehevertrag
Zwischen den Eheleuten der Erschienene zu 1) Mr. Edward Anthony Cullen und die Erschienene zu 2) Miss Isabella Marie Swan wird folgender Ehevertrag geschlossen.
Als Zeugen zur Beurkundung waren anwesend Tanya Cullen und Emmett McCartney.
I. Gütertrennung
1. Hiermit vereinbaren beide Parteien im Rahmen des von ihnen gewählten Rechts des Staates die Gütertrennung.
2. Die Stattfindung eines Ausgleiches des Zugewinnes bei der Beendigung einer Ehe, insbesondere nach einer Scheidung, kann nicht stattfinden, sowohl besteht die Möglichkeit der Minderung des gesetzlichen Erbrechtes und des Pflichtrechtes.
Jede Partei ist im Besitz der Berechtigung über sein Vermögen im Ganzen, als auch den ihm gehörigen Gegenständen des ehelichen Haushaltes frei zu verfügen.
3. Beide Parteien verzichten auf etwa bisher entstandene Ansprüche des Ausgleiches des Zugewinnes und nehmen diesen Verzicht wechselseitig an.
oder:
Zum Ausgleich der Zugewinnausgleichansprüche verpflichtete sich der Erschienene zu 1) für die Vergangenheit/Zukunft der Erschienenen zu 2) einen Betrag in der Höhe von US-Dollar 1.000.000 zu zahlen.
Nach Vollendung der Zahlung bestehen keine weiteren Ansprüche mehr.
4. Das beiderseitige Vermögen wird diesem Vertrag hinzugefügt. (siehe Anhang 1)
II. Sonstige vermögensrechtliche Ansprüche
Die Zurückforderung einer Partei an die andere bezüglich Zuwendungen kann bei Scheidung der Ehe nicht erfolgen.
Unabhängig vom Verschulden am Scheitern der Ehe, mit der Folge einer Scheidung, führt diese nicht zum Wegfall der Geschäftsgrundlage für derartige Zuwendungen.
Auf weitere Ansprüche wird ebenfalls verzichtet.
Die Parteien nehmen den Verzicht wechselseitig an.
III. Ausschluss des Versorgungsausgleichs
1. Der Versorgungsausgleich im Falle einer Scheidung dieser Ehe wird ausgeschlossen.
2. Beide Eheparteien wurden vom Notar über die Bedeutung des Ausschlusses des Versorgungsausgleiches belehrt, insbesondere auch darüber, dass die Ausführung der Ausgleichung der Anwartschaft, welche in der Ehezeit erworben wurde, oder Aussichten auf eine Versorgung wegen Alters oder Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, gleich aus welchem Grund, nach der Scheidung dieser Ehe nicht stattfinden wird.
Die Hinweisung auf die denkbare Nichtigkeit dieser Vereinbarung wegen Sittenwidrigkeit und auf Risiken fehlender sozialer Sicherung im Scheidungsfall hat beide Parteien durch den Notar stattgefunden.
3. Der Verlust des vertraglichen Ausschusses des Versorgungsausgleiches tritt in Kraft, wenn innerhalb von 12 Monaten nach Beginn der Eheschließung, einer der beiden Parteien auf die Scheidung dieser Ehe besteht. Beide Eheparteien wurden davon vom Notar aufgeklärt.
IV. Vereinbarung über die Unterhaltspflicht für die Zeit nach der Scheidung
Der Erschienene zu 1) verpflichtet sich mit dem Unterschreiben dieses Ehevertrages, den nachehelichen Unterhalt in Höhe von US-Dollar 50.000, um die vereinbarte Bildung (siehe Punkt VI. Absatz 4 Unterpunkt 4) gewährleisten zu können, zu begleichen.
V. Erb- und Pflichtteilsverzicht
1. Der Erschienene zu 1) verzichtet für die Erschienene zu 2) auf sein gesetzliches Erb- und Pflichtteilsrecht.
Die Erschienene zu 2) nimmt diesen Verzicht an.
2. Die Erschienene zu 2) verzichtet für den Erschienenen zu 1) auf sein gesetzliches Erb- und Pflichtteilsrecht.
Der Erschienene zu 1) nimmt diesen Verzicht an.
3. Die beiden Parteien wurden durch den Notar darauf hingewiesen, dass der Verzichtende der Ausschließung der gesetzlichen Erbfolge unterliegt und keinen Pflichtteilanspruch mehr besitzt.
VI. Innereheliche Vereinbarungen
1. Aussehen:
1.1. Die Kleidung sowie das Haar wird von dem Erschienenen zu 1) für die Erschienene zu 2) für öffentliche Auftritte oder Ausflüge ausgesucht und abgesegnet. Bei Eintritt des Falles, dass der Erschienene zu 1) sich nicht im Umkreis von 20 Kilometer befindet, so wird die persönliche Assistentin der Erschienenen zu 2) die Wahl übernehmen.
1.2. Beide Parteien müssen stets gepflegt und vorzeigbar sein, dies bezieht sich auch in Bezug auf Intimhygiene.
1.3. Die Reglung, dass beide Parteien sich mindestens drei Mal die Woche sportlicher Betätigung unterziehen müssen – ausschließlich Punkt VI. Absatz 3 Unterpunkt.3 tritt für Erschienene zu 2) in Kraft – wurde zur Kenntnis genommen.
1.4. Das Gewicht der zu Erschienenen zu 2) darf nie über dem vom Arzt bestimmten Gewicht überschritten werden. Im Falle einer Schwangerschaft tritt Punkt VI. Absatz 3. in Kraft.
2. Sex:
2.1. Der Geschlechtsakt muss zweimal die Woche vollzogen werden.
2.2. Der maximale Abstand des Sexes darf sieben Tage betragen. Im Falle geschäftlicher Verpflichtungen muss eine der beiden Parteien zu der anderen fliegen. Dies geschieht immer wechselweise. Der Erschienene zu 1) wird das erste Mal zu der Erschienenen zu 2) fliegen.
2.3. Verhütungsmittel werden erst verwendet, wenn die Maximalanzahl an Kindern (siehe Punkt VI. Absatz 4. Unterpunkt 1), oder beide Eheparteien gegen eine Schwangerschaft sind.
2.4. Während der Ehe darf kein außerehelicher Geschlechtsverkehr stattfinden.
Vertraglich geregelte Ausnahmen:
Ausnahmen der Regelung Punkt VI. Absatz 2 Unterpunkt 1 sind
a) Krankheit
b) Regelblutung
c) Schwangerschaft ab dem achten Monat
Ad a) und c): Treten nur mit ärztlichem Attest in Kraft.
3. Schwangerschaft:
3.1. Während einer Schwangerschaft muss der Erschienene zu 1) für die gesunde und ausgewogene Ernährung der Erschienenen zu 2) sorgen.
3.2. Während einer Schwangerschaft muss sich die Erschienene zu 2) gesund und ausgewogen ernähren, um den bestmöglichen Verlauf der Schwangerschaft zu fördern und gewährleisten.
3.3. Während einer Schwangerschaft darf die Erschienene zu 2) keinen Hochleistungssport, sowie etwaige andere für sie gefährliche Sportarten – durch den Arzt definiert – betreiben.
3.4. Während einer Schwangerschaft darf sich die Erschienene zu 2) keiner sichtlichen Gefahr begeben, um das ihrige und das Leben des Embryos/Fötus zu gefährden.
3.5. Während einer Schwangerschaft muss die Erschienene zu 2) mindestens zwei Mal im Monat einen Frauenarzt – durch den Erschienenen zu 1) ausgesucht – konsultieren.
3.6. Während einer Schwangerschaft darf die Erschienene zu 2) nicht mehr als zehn Kilogramm zunehmen.
Ausnahme: Der Hausarzt oder der Frauenarzt hat Bedenken aufgrund der körperlichen Verfassung von der Erschienenen zu 2). In diesem Fall darf die Erschienene zu 2) in dem vom Arzt definierten Rahmen zunehmen.
4. Kinder:
4.1. Beide Ehepartner haben sich auf die Anzahl von mindestens zwei bis maximal vier Kinder geeinigt.
4.2. Beide Eheparteien haben das volle Mitspracherecht bei der Kindererziehung während der bestehenden Ehe.
4.3. Beide Parteien erklären sich einverstanden ihre Kinder im christlichen – spezieller römisch-katholischen – Glauben zu erziehen.
4.4. Die Kinder werden in von beiden Elternparteien zugesprochene Schulen geschickt, um die bestmögliche Entwicklung zu fördern.
4.5. Die Kinder werden ausschließlich Privatschulen besuchen.
5. Freunde:
5.1. Beide Parteien haben sich dazu bereiterklärt ihre Freunde durch einen Background-Check laufen zu lassen, sodass etwaige kriminelle Machenschaften ausgeschlossen werden können.
5.2. Sollte der Fall einer Verurteilung durch ein höheres Gericht oder den Supreme Court eines Freundes einer der Parteien stattfinden, so muss der Kontakt zu jener Person sofort abgebrochen werden.
5.3. Ein Veto-Recht liegt beiden Parteien im Bezug der Freunde vor. Jedoch muss der Einspruch begründbar sein.
6. Zahlungen:
6.1. Der Erschienene zu 1) muss monatlich eine Summe von Betrag US-Dollar 10.000 an die Erschienene zu 2) leisten.
6.2. Die Erschienene zu 2) hat von dem Betrag aus Punkt VI. Unterpunkt 6.1. mindestens ein Viertel davon für wohltätige Zwecke zu verwenden.
6.3. Sollte einer der beiden Parteien innerhalb der ersten fünfzehn Jahre der Ehe die Scheidung einreichen, so muss die Partei, die eingereicht hat, der anderen Partei eine Abfindung in der Höhe von Betrag US-Dollar 2.500.000 zahlen.
VII. Schlussbestimmungen
1. Sollte die Durchführbarkeit der Bestimmungen dieses Vertrages ganz oder teilweise nicht rechtswirksam oder nicht vorhanden sein oder später verloren gehen, soll hierdurch die Gültigkeit der übrigen Bestimmungen der Vereinbarung nicht berührt werden. Sollte eine Regelungslücke entdeckt werden, so gilt das Gleiche auch in diesem Fall. Eine angemessene Regelung tritt in Kraft anstatt der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung oder zur Ausfüllung der Lücke, die – soweit rechtlich möglich – dem am nächsten kommt, was die Vertragsparteien gewollt haben oder sinn-, und zweckgemäß des Vertrages gewollt haben würden, sofern sie bei Abschluss dieses Vertrages diesen Punkt bedacht hätten.
2. Es findet keine letztwillige Verfügung im Zusammenhang mit diesem Ehevertrag von beiden Parteien aus statt.
3. Je eine Hälfte der Kosten des Vertrages fallen einer Partei zur Last.
VIII. Sonstige Verweise und Belehrungen
Durch die Bestätigung beider Parteien nimmt der Notar zu Kenntnis, dass der Inhalt dieses Vertrages jeweils ihrem eigenen, freien und nicht um den von dem anderen Ehegatten/der anderen Partei aufgezwungenen Willen handelt. Vielmehr handelt es sich um den eigenen, nicht beeinflussten Willen.
Ferner befinden sich beide Parteien durch eigene Angaben nicht in ungleichen Verhandlungspositionen.
Der Inhalt wird von den Eheparteien für inhaltlich gleichwertig, gerecht und nicht für sittenwidrig gehalten.
Die Hinweisung des Notares an die Parteien, bezüglich des Unterliegens einer richterlicher Inhaltskontrolle, die jederzeit eintreffen kann, und der keineswegs absolute rechtliche Sicherheitsverschaffung, ist erfolgt.
Gleichwohl wünschen die Parteien diese Vereinbarung.
Das Protokoll wurde den Erschienenen von dem Notar vorgelesen, von ihnen genehmigt und eigenhändig, wie folgt, unterschrieben:
Edward Anthony Cullen Isabella Marie Swan Dr. Jason Scot
Ehemann Ehefrau Notar
***
„Kommt da nicht ein Druck auf Sie zu? Die perfekte Familie zu sein?“ Nach außen hin würden wir höchstwahrscheinlich die perfekte Familie spielen, doch sobald wir in den eigenen vier Wänden oder unter Ausschluss der Öffentlichkeit waren, würde sich das schnell ändern. Edward hatte mir das in den letzten Tagen deutlich klar gemacht.
***
Kaum waren Esme, Carlisle und Tanya vom Anwesen gefahren, hörte ich schon, wie Edward auf mich zustürmte. In den letzten Tagen war er ein ausgesprochener netter Mann, bei dem ich es mir sogar überlegt hätte meine kratzbürstige Art abzulegen. Doch das war nur der Einfluss von Esme, wurde mir in diesem Moment bewusst.
„Isabella, so wie es die letzten Tage abgelaufen ist, wird es nicht mehr passieren, wenn wir alleine sind. Vielleicht hast du mitbekommen, dass meine Eltern dich nun unter ihren Schutz genommen haben – dagegen kann ich nichts machen – aber ich werde sicherlich nicht so weiter mit dir umgehen. Solltest du noch einmal so eine Aktion, wie vor ein paar Tagen mit dem Schwangerschaftstest machen, dann Gnade dir Gott, da können dir Esme und Carlisle nicht mehr helfen. Wenn ich von meinen Eltern höre, dass du dich bei ihnen über mich aufgeregt hast, dann werde ich dementsprechend reagieren, was mit Sicherheit nicht schön für dich werden wird. Mit Angela wirst du über unsere Beziehung keinen Ton verlieren. Das ist nur etwas zwischen uns beiden und geht niemanden aus meiner oder deiner Familie an, und schon gar nicht deine Freunde!“ Ich wusste nicht, was ich darauf erwidern sollte. Zwar war ich nicht auf den Mund gefallen und mein Unterbewusstsein begann schon eine Antwort zu formen, doch er drehte sich selbstgefällig um und ließ mich stehen. Am liebsten wäre ich ihm nachgelaufen und hätte ihm eine Ohrfeige dafür verpasst, doch das hätte zu nichts geführt, als zu einer erneuten Diskussion, die wieder ausgeartet wäre. Seit dem Vorfall im Bad ging ich ihm aus dem Weg. Es war eine der schrecklichsten Erfahrungen meines Lebens und mir eine Lehre gewesen. Ich wusste nicht zu was er noch fähig war. Außerdem hielt ich seine Nähe nicht mehr aus, es war als würde er mich erdrücken.
***
„Nein, keineswegs, denn keine Familie kann perfekt sein. Es gibt immer Unstimmigkeiten, das sehe ich selbst jetzt noch bei meinen eigenen Eltern, doch das macht es schließlich aus. Man kann sich nicht in allem einig sein, das wäre utopisch. Und ich denke, dass meine Verlobte und ich das gut machen werden. Sicherlich werden wir uns den einen oder anderen Rat bei unseren Eltern holen, aber das ist doch normal.“ Ellen nickte ihm zu und ich hörte die Frau neben mir seufzen. Was war mit den Frauen bloß los? Am liebsten hätte ich laut geschrien, dass er log, doch das konnte ich nicht tun. In diesem Fall wären seine Umfragewerte erneut in den Keller gerasselt und ich hätte nicht die Möglichkeit mich so sozial zu engagieren, wie ich es wollte. Es war mein persönliches Dilemma. Zum einem wollte ich nicht, dass er Präsident wurde, da er rücksichtslos und kaltherzig war, doch zum anderen könnte ich, im Falle, dass ich First Lady wäre, einige Kampagnen machen und etwas Positives damit bewirken.
„Denken Sie auch öfters darüber nach der jüngste Präsident zu werden, oder kommt das gar nicht auf?“ Wie das aufkam! In den letzten Wochen konnte ich mir anhören: „Wenn ich Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bin, dann…!“ Er drohte mir, doch ich war froh, dass ich das bald nicht mehr sooft ertragen musste. Denn ich würde mich um meine sozialen Belange kümmern und in den USA herumreisen. Verschiedene Talk-Shows besuchen, und meinem zukünftigen Mann so unter die Arme greifen, wenn es gerade keine Veranstaltung gab, bei der ich dabei sein sollte.
„Nun, sicher denke ich darüber nach Präsident zu werden, sonst würde ich nicht durch das Land reisen und mir mit den anderen Kandidaten Debatten liefern. Aber die meiste Zeit überlege ich, was und wie ich es machen werde, den Menschen zu helfen, ihnen Unterstützung zugeben. Das ist mein Ziel. Ich möchte den US-Bürger ein besseres Leben ermöglichen und den nächsten Generationen, denn das ist wichtig, vor allem für die Kinder. Diese sind die Träger unserer Zukunft. Zumal ich noch auf die Aspekte der Gesundheitsvorsorge, des Klimawandels und bessere Ausbildung unserer Kinder einstehen werde und zwischen den Generationen zu vermitteln versuche.“
„Ich habe auch im Programm gelesen, dass Sie die Soldaten, die sich in Auslandseinsätzen befinden, vermehrt die von Übersee, abziehen möchten.“
„Ja, das stimmt. Ich bin von Anfang an dafür, dass wir langsam beginnen sollten diesen Ländern ihr Gebiet und die Eigenständigkeit zurückzugeben. Sicher braucht das eine Weile und geht nicht von heute auf morgen, das können selbst wir Amerikaner nicht vollbringen, doch sollten diese Staaten unsere Hilfe benötigen, werden wir sie unterstützen. Denn Demokratie sollte es überall geben. Die Menschen haben so lange dafür in Amerika und in Europa gekämpft, dass auch alle anderen etwas davon haben sollten. Ich bin der Überzeugung, dass nicht einer oder ein paar über ein ganzes Volk regieren kann, überhaupt mit Gewalt, was ich völlig inakzeptabel finde. Daher setze ich mich dafür ein. Jedoch werde ich zuerst versuchen, die Innenpolitik zu erneuern, damit die USA wieder an Stabilität gewinnt und ihren Machtvorsprung ausbauen kann. Erst dann werde ich damit beginnen.“
„Wenn Sie die Primaries gewinnen, wen werden sie als Ihren Vize-Präsidenten auswählen?“
„Das ist eine sehr gute Frage. Ich persönlich weiß schon, wen ich auswählen werde, doch das bleibt bis zu dem Tag der National Convention mein Geheimnis. Aber die Person ist sehr erfahren und wird mir mit viel Rat zur Seite stehen können. Ich bin mir sicher, dass die US-Bürger meine Wahl meines Running Mates überraschen wird, aber im positiven Sinn. Doch bis dorthin ist es mein Job die Leute von meinen Qualifikationen zum Präsidenten zu überzeugen und nicht zu vergessen, mich um meine zukünftige Frau zu kümmern, damit sie nicht vergisst, wer ich bin. Und sie trägt auch einen großen Teil dazu bei, dass ich immer noch so bodenständig bin und nicht abhebe, das war und ist mir von jeher wichtig gewesen.“ Und ich hatte ihm seinen Running Mate vorgeschlagen, denn seine eigentliche Wahl war minder gesagt nicht qualifiziert genug dafür. Sicher hatte Mike Newton Senior eine große Erfahrung, jedoch war er schon lang nicht mehr in der Politik tätig gewesen, sondern nur für große Konzerne. Damit hatte er verschiedenste Kontakte, indes würde Edward als Präsident der USA genug Sponsoren und Gönner haben und auch finden. Die Wahl war nun auf Oliver Dearing gefallen. Mit seinen 25 Jahren aktive Politikerfahrung war er mehr als geeignet. Er war ein Freund von Charlie und ich hatte mit ihm schon während meines Studiums des Öfteren zu tun gehabt. Oliver war sogar ein guter Familienfreund, der zwar skrupellos war, jedoch immer sehr auf die US-Bürger bedacht war. Sogar mehr als Edward. Daher konnte ich meinen Verlobten überzeugen, dass Oliver der richtige für die Position war. Es hatte mir viele Diskussionen geraubt, bis dieser Sturkopf endlich eingesehen hatte, dass ich auch recht haben konnte.
„Sie arbeiten mit Ihrer Schwester Tanya Cullen sehr eng zusammen. Wie läuft das ab?“ Edward begann zu schmunzeln und faltete seine Hände vor sich.
„Meine Schwester ist eine schwierige Person, mit der nicht jeder zurechtkommt. Entweder man mag sie, oder eben nicht. Tanya ist vor allem ehrlich und das schätze ich so an ihr. Sie hat durch unsere Verwandtschaft keinen besonderen Status und sagt mir wie jeder meiner Vertrauten alles ins Gesicht. Dabei kann sie teilweise wirklich sehr streng werden. Aber wie schon gesagt, sie erhält keinen Bonus und ist genauso eine Vertraute wie alle anderen.“ Die Szene von heute in der Früh kam mir wieder in den Sinn.
***
„Nein, ich werde bestimmt nicht in diese dilettantische Show gehen. Selbst wenn der derzeitige Präsident dort einmal war. Ich werde keinen meiner verdammten Füße auf diese verfickte Bühne setzen!“, schrie Edward Tanya an, die sich nun vor ihm aufbaute. Mit einer Hand warf sie ihr blondes Haar über die Schulter zurück, rückte ihren Blazer noch an die richtige Stelle. Ich warf einen Blick zu Emmett, der in der Zwischenzeit ein sehr guter Freund wurde, und bemerkte, dass er seine Lippen aufeinanderpresste, sodass er nicht loslachen konnte. Anscheinend gab es diese Art der Konversation des Öfteren zwischen den Geschwistern.
„Jetzt hör mir einmal zu, mein störrischer, idiotischer und sturer Bruder! Du wirst zu dieser verdammten Show fahren, weil ich mir für diesen Besuch den Arsch aufgerissen habe! Das ist gerade einer der beliebtesten Sendungen in ganz Amerika, und das solltest du wissen. Da war schon ganz Hollywood und etliche Politiker. Zumal Ellen dich auch noch unterstützt! Also schluck deinen scheiß Stolz hinunter und lass dich von ihr interviewen. Außerdem kannst du wieder für dich werben und zeigen, welch ach so toller Präsident du doch abgeben würdest.“ Innerlich schrie ich Tanya zu, dass sie so weiter machen solle. Denn wir beide hatten sich angefreundet und verbrachten viel Zeit zusammen, was Edward nicht wirklich passte. Am liebsten hätte er mich nur in einem Kämmerchen auf Abruf bereit sitzen. Doch da spielte ich nicht mit.
***
Das ging dann mehrere Minuten so hin und her, bis sich Tanya schließlich durchsetzen konnte und das Ergebnis sah man jetzt. Er zeigte sich von seiner ‚besten‘ Seite.
„Es war mir schon in den letzten Wochen eine Frage, wie Sie es trotz all der negativen Schlagzeilen geschafft haben, so viel Energie aufzubringen. Und damit meine ich nicht nur Sie, sondern auch Ihre Verlobte. Denn es war für mich schockierend zu lesen, was damals mit Joyce Cooper angeblich vorgefallen war.“ Ich war froh, dass die Angelegenheit unter Dach und Fach war. Joyce wurde durch den Vertrag, den sie unterschrieben hatte, mundtot gemacht und sie musste in aller Öffentlichkeit zugeben, dass es nur erfunden war. Zudem hatte sie eine Schadenszahlung aufgrund des Rufmordes an Edward leisten müssen. Jedoch den Verlust der Stimmen konnte sie nicht beheben. Dafür wurde ich seit gut einer Woche eingesetzt…
„Die letzten Wochen waren auch schwierig, doch wie es sich herausgestellt hat, wollte meine ehemalige Assistentin nur ins Rampenlicht und all ihre Behauptungen waren falsch. Ich war froh, dass Isabella die ganze Zeit über zu mir gehalten hat, dass sie mich gestützt hat und mir immer wieder gesagt hat, dass ich nicht aufgeben solle. Sie ist ein wahrer Engel und deshalb liebe ich sie auch so sehr. Ohne sie hätte ich die letzte Zeit nicht überstanden.“
„Ich weiß, dass es nicht geplant war, aber würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn wir Ihre Verlobte auf die Bühne bitten würden, da wir alle sehr darauf gespannt sind, was sie zu sagen hat?“ Verdammt, ich konnte doch nicht dort auf die Bühne. Geschockt sah ich zu, wie Edward zu lachen begann, aufstand und auf mich zugelaufen kam. Er beugte sich zu meinem Ohr und flüsterte mir zu, dass ich mitspielen solle. Händchenhaltend gingen wir zu Ellen, welche mich mit einer Umarmung begrüßte. Ich war von dem Beifall wirklich überwältigt, wobei ich es schon geahnt hatte.
Inzwischen war ein weiterer Stuhl auf der Bühne platziert worden. Dem am nächsten zu der Moderatorin ließ ich mich nieder und schlug meine Beine elegant übereinander. Gott sei Dank hatte ich mich von Victoria – meine persönliche Assistentin, da Angela sich nicht um mich und Edward kümmern konnte – zu einem Kleid überreden lassen. Ich würde nun mein Bestes geben und diesem Mann zeigen, dass ich gute Interviews führen konnte, denn das hatte ich vermehrt in letzter Zeit geübt.
„Es freut mich auch Sie in meiner Show begrüßen zu dürfen. Wenn ich mich erinnere, gab es bis jetzt noch kein Interview mit Ihnen beiden zusammen.“
„Die Freude ist ganz meinerseits und es gab – leider – noch kein Gespräch mit uns zusammen. Denn es ist schwer unsere gemeinsamen Zeitpläne so miteinander zu verknüpfen, dass wir miteinander Zeit verbringen können. Es ist wieder einmal schön ein paar Minuten gemeinsam zu verbringen.“ Ich verschränkte unsere Finger und sah Edward verliebt an. Leises Seufzen erklang aus dem Publikum und ich ließ meinen Blick kurz schweifen. Es waren wie üblich viele Frauen anwesend. Hier und da ein Mann. Und alle Augenpaare lagen auf mir. Ich atmete einmal tief ein und lächelte.
„Darf ich fragen, wie Senator Cullen privat ist, wenn all die Kameras weg sind und nur sie beide zusammen?“
„Sicher dürfen Sie fragen, nur ist dann die Gegenfrage, ob Sie eine Antwort erhalten.“ Ich zwinkerte ihr zu und alle begannen zu lachen. Schließlich fuhr ich fort. „Spaß beiseite. Zuerst muss ich sagen, wir haben wenig Privatsphäre. Außer wenn wir schlafen, sonst werden wir stets von Agenten des Secret Service begleiten, aufgrund der großen Medienpräsenz vor unserem Anwesen. Es ist schade, dass wir beide nicht viel Zeit miteinander verbringen können, das geht mir wirklich ab. Aber nun zum ersten Teil der Frage. Privat ist er genauso charmant, liebenswürdig und ein wahrer Gentleman. Er liest mir all meine Wünsche von den Augen ab und jeden Morgen wartet auf mich auf seinem Kissen eine frische rote Rose, ein Zitat von einer meiner Lieblingsautoren und ein kleines Geschenk. Es ist immer wie Weihnachten, da ich nicht weiß mit was er mich als nächstes überraschen wird. Nur stellt sich mir gerade die Frage, ob er das lange durchhalten kann. Und ich habe auch jedes Mal die Befürchtung, dass ein Pony neben dem Bett steht, da ich einst den Wunsch geäußert habe.“ Das Publikum und Ellen begann aufgrund meines Witzes zu lachen. Ein kurzer Blick zu Edward verriet mir, dass es ihm nicht gefiel, aber er trotzdem sein Grinsen im Gesicht trug. Er beugte sich zu mir und gab mir einen sanften Kuss auf die Wange. „Sonst ist er wie jeder normale Mensch auch. Ab und zu lässt er seine Socken am Boden liegen, wofür er sich regelmäßig eine kleine Standpauke von mir anhören darf. Seine Anzüge würde er ohne meine Hilfe immer zerknittert am nächsten Tag vorfinden. Da er sie beharrlich über die Haken bei der Tür hängt. Aber bei so einem Zeitplan ist es dann auch kein Wunder, wenn er lieber alles liegen lässt und lieber mit mir redet, als sich um den Haushalt zu kümmern. Ich wundere mich schon, dass er noch kein graues Haar bekommen hat – beneidenswert.“
„Wie haben Sie sich kennengelernt?“ Verdammt, was hatte ich damals meinen Freundinnen erzählt? Oder war es doch Ethan gewesen? Bevor ich etwas sagen konnte, antwortete schon Edward.
„Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, als sie in diesem bezaubernden blauen Abendkleid ganz alleine im Raum stand und sich suchend umsah. Es war, als wäre sie eine Jungfrau in Nöten und ich ihr Ritter in der weißen Rüstung. Ich bin einfach auf sie zugegangen und hab mit ihr Smalltalk geführt, so wie es auf politischen Veranstaltungen üblich ist. Sofort fiel mir auf, dass wir gemeinsame Interessen hatte und ich empfand es als angenehm, dass sie mich nicht sofort über meine Tätigkeit als Senator löcherte. Schließlich wusste sie, was meine Aufgabenbereiche sind und für was ich mich einsetze. Danach kam es immer wieder zu verschiedenen unbeabsichtigten Begegnungen, die mir als herzlich in Erinnerung geblieben sind. Isabella drängt mich nie zu etwas. Nach und nach fanden wir immer mehr und mehr gemeinsame Interessen, wie zum Beispiel unser soziales Engagement oder die gleichen Lieblingsautoren und Lieblingsmusik. Da die Sympathie auf beiden Seiten bestand, tauschten wir unsere privaten Daten aus und blieben so weiterhin in Kontakt, da ich in D.C. lebe und Isabella in Boston. Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass ich für Isabella mehr empfand und ich gestand ihr meine Liebe, die erwidert wurde. Seit einem Jahr führen wir eine Beziehung und diese wollte ich nun vertiefen. Aus diesem Grund werden wir auch demnächst heiraten und keinem anderen.“ In diesem Moment war ich wirklich verdammt froh, dass mir Edward aus der Patsche geholfen hatte. Und vermutlich spielte er auf die Gerüchte an, die besagten, dass Edward und ich nur heiraten würden, da ich schwanger war. Aber woher wusste er, was ich damals Ethan erzählt hatte?
„Das hört sich sehr romantisch an. Isabella, Sie haben vor knapp einer Woche Ihre beiden Studien abgeschlossen. Was gedenken Sie in der Zukunft damit anzufangen?“
„Nun, in zwei Wochen ist unsere Hochzeit, auf die ich mich schon wirklich freue. Ich werde noch ein paar Einzelheiten mit meinen Helfern durchgehen müssen, denn so ein großes Fest lässt sich nicht alleine organisieren. Dazwischen und vor allem danach werde ich Edward unterstützen und meinen eigenen Pflichten nachkommen. Ich werde neue Kampagnen vorstellen und viel unterwegs sein. Auf das freue ich mich schon, doch der Wermutstropfen dabei ist, dass wir beide noch weniger Zeit miteinander verbringen können.“
„Das hört sich sehr interessant an. Wie ich heraushöre, haben Sie beide wirklich kaum Zeit für ein paar gemeinsame Minuten. Doch darf ich fragen, was das für Projekte werden? Außerdem ist mir zu Ohren gekommen, dass Sie von der UNO als UNICEF-Sonderbotschafterin ausgezeichnet werden. Das muss doch eine große Ehre für Sie sein.“
„Ja, das stimmt und auf diese Tätigkeit freue ich mich schon. Ich denke, dass sich das auch gut mit meinem Spezialfeld überschneidet, denn dadurch werde ich auch gleich Kontakte knüpfen können und mich nicht nur um die Frauen, Kinder und Familien in anderen Ländern zu kümmern. Sicher stehen wir hier in den USA auch vor Problemen, doch dafür wird mein Verlobter zuständig sein und sobald die USA oder er meine Hilfe benötigen, werde ich zur Stelle sein. Aber es ist eine große Ehre von der UN zur Sonderbotschafterin ernannt zu werden, denn die meisten meiner Kampagnen kreisen um das Thema Familie. Und ich werde mich bemühen, die Errungenschaften von der derzeitigen First Lady mit ihrer Hilfe fortzusetzen, denn viel Bewegung und gesunde Ernährung ist wichtig, für allem für Kinder.“
„Und wie sieht es bei Ihnen beiden mit Kindern aus? Ganz Amerika wartet schon auf die freudige Botschaft. Wir haben auch ein Bild dazu, wie Sie beide aussehen könnten, wenn Sie ein Kind haben. Und nebenbei das müssten dann Topmodels sein, selbst wenn sie nur einen kleinen Prozentsatz Ihres Aussehens vererbt bekommen.“ Ein Bild wurde auf den Bildschirmen projiziert und es zeigte mich mit Caroline im Arm. Edward stand hinter mir und sah vernarrt zur Kleinen hinab.
„Oh ja, an das Bild kann ich mich noch gut erinnern und vielen Dank für das Kompliment des toll aussehendes Kindes. Aber ich muss jetzt leider alle enttäuschen, die darauf gehofft haben, dass ich sage, dass ich schwanger sei. Denn bevor der ganze Trubel nicht vorbei ist, kann ich nicht daran denken schwanger zu werden, auch wenn ich es wollen würde. Es ist noch so viel zu tun und das wäre einfach nicht gut für mich und das Kind. Deshalb schlage ich alle Schwangerschaftsgerüchte ein für alle Mal aus der Welt. Wenn wir beide unser erstes gemeinsames Kind erwarten, so wird es sicher früh genug publik gemacht. Jedoch erwische ich mich in letzter Zeit immer wieder, dass meine Gedanken um Kinder und deren Namen kreisen. Es ist schwer an das nicht zu denken, wenn man weiß, dass man mit einer Person sein restliches Leben verbringen möchte. Da kommt das Thema Kind schon auf.“ Erwartungsvoll sah Ellen Edward an, damit er ebenfalls etwas zu dem Thema sagte. Schließlich war die Frage an uns beide gerichtet gewesen.
„Ich stehe da ganz hinter der Entscheidung meiner Verlobten. Selbst wenn ein Kind unsere Liebe vollkommen machen würde und sie aller Welt zeigen könnte, so wäre es viel zu stressig für Isabella und ich hoffe, dass das jeder akzeptieren kann. Aber ich freue mich schon heute, wenn die freudige Botschaft bekannt wird und ich werde versprechen, dass ich es selbst bekannt geben werde.“ Ellen lächelte und zustimmend an.
„Sie haben vorher schon das Thema Hochzeit angesprochen. Ich selbst habe erst 2008 geheiratet, was auch nicht lange her ist. Damals waren Sie schon Senator von Kalifornien, wenn ich mich richtig erinnere. Und auch dass Sie sich, sehr für die Aufhebung des Gesetzes, dass homosexuelle Paare heiraten dürfen, eingesetzt haben.“ Edward nickte ihr zu und das Publikum applaudierte wie wild. Mir selbst war es in Erinnerung geblieben, wie er bei dem Pult stand und sich gegen das damalige Verbot einsetzte. Ich blickte Edward an und wisperte ihm etwas ins Ohr. Er nickte kurz und ich war mir bewusst, dass das danach zu einer großen Diskussion führen würde. Jedoch war das gute Werbung für uns und das hieß auch, dass ich nochmals vor den Wahlen hier in die Sendung kommen könnte.
„Sie wird groß, auch wenn ich mich bemüht habe, dass es in kleinem Rahmen stattfindet, so ging das leider nicht. Aber wenn wir schon dabei sind, dann würde ich sagen, dass wir Sie und Ihr Team herzlich zu unserer Hochzeit einladen. Ein kleiner witziger Film über unsere Eheschließung, um ganz Amerika teilhaben zu lassen, würde ich als fair empfinden.“ Ellen sah uns beide geschockt an und begann dann zu lachen.
„Ich hoffe, dass das kein Witz ist. Aber sicher nehme ich gern die Einladung an, wann hat man denn die Gelegenheit dazu? So und jetzt komme ich zu meiner letzten Frage. Isabella, wie empfinden Sie die derzeitige Situation? Haben Sie mit viel Eifersucht zu kämpfen?“
„Würde ich sagen, ich fühle mich sehr wohl in der Situation, so würde ich ehrlich gesagt lügen. Es ist beängstigend, wenn solche Massen vor der eigenen Haustüre stehen oder hier vor dem Studio. Ich bin es einfach noch nicht gewohnt, aber ich denke, dass das mit der Zeit kommen wird. Außerdem bin ich mir auch bewusst, auf was ich mich hier eigentlich eingelassen habe. Seit dem ersten Moment war mir klar, welche Persönlichkeit Edward ist und dass ich irgendwann selbst im Rampenlicht stehen werde. Doch, dass das so früh kommt, damit habe ich nicht gerechnet. Sicher habe ich schon Erfahrung mit der Presse gemacht, mein Vater Charlie Swan, ist ebenfalls Senator und da habe ich das auch gespürt, doch jetzt ist es etwas anderes. Ich werde auf Schritt und Tritt beobachtet und manchmal ist es wirklich unheimlich. Aber wenn ich Hilfe brauche um das zu bewältigen, habe ich immer noch meinen zukünftigen Ehemann, der mich dann in den Arm nimmt und mir zuflüstert, dass alles gut werden wird.
Nun zum zweiten Teil der Frage. Oh Gott, ja, ich habe mit Eifersucht zu kämpfen. Ich bin wirklich eifersüchtig, wenn Frauen in seiner Nähe sind und ich denke, dass das auch bei Edward so ist. Ihn zu verlieren, wäre das Schmerzhafteste auf der Welt. Aber nicht nur ich bin auf Frauen eifersüchtig, sondern auch sie auf mich, da ich mit Edward verlobt bin. Ganz am Anfang haben Sie erwähnt, dass er charmant und charismatisch ist, dazu kommt noch, dass er wirklich attraktiv ist und ich habe das Gefühl, dass nicht nur ich das so sehe.“ Einige bejahende Rufe ertönten und Edward fuhr sich durch sein wirres Haar. „Und genau aus diesem Grund bekomme ich auch die Eifersucht zu spüren. Es ist ein wirklich ungutes Gefühl zu wissen, dass es in der ganzen Welt Frauen gibt, die mir meinen Verlobten wegnehmen wollen.“
„Nun, dann können wir nur hoffen, dass Sie beide lange und glücklich zusammenleben. Ich danke Ihnen für dieses Interview und es war mir eine Ehre Sie beide kennenzulernen. Wir sehen uns spätestens bei der Hochzeit.“ Wir drei standen auf und Edward und ich wurden herzlich von Ellen verabschiedet. Ich mochte sie, denn sie war herzlich, offen und wirklich witzig. Händchenhaltend gingen wir von der Bühne und wurden sofort zu dem wartenden SUV geführt. In jenem wartete auch schon Tanya.
„Das Interview war wirklich klasse, überhaupt du, Bella.“ Sie umarmte mich und ich konnte ihren stolzen Blick auf mir fühlen.
„Nur wegen deines Trainings mit mir!“, erwiderte ich, als ich mich neben sie setzte und mich angurtete.
„Was hast du dir dabei eigentlich gedacht sie einzuladen?“, fuhr mich plötzlich Edward an. Ich merkte, wie sich Tanya neben mir anspannte und ansetzte etwas zu sagen. Ich wandte mich zu ihr.
„Ich kann für mich sprechen, aber danke.“ Danach sah ich meinen Verlobten an. „Ellen wurde von mir aus dem Grund eingeladen, da sie dich unterstützt und dir diese Chance gegeben hat. Zumal es noch sehr positive Werbung für uns ist und diese kannst du brauchen. Denn viele Amerikaner schätzen diese Frau und sie zählt zu einer der einflussreichsten Frauen der Entertainment Branche. Daher bist du mir jetzt zu Dank verpflichtet, so wie ich dir, dafür, dass du mir bei unserem Kennenlernen aus der Patsche geholfen hast.“ Er hob eine Augenbraue an und sah aus dem Fenster.
„Dann bist du dafür zuständig, dass der Beitrag ordentlich gemacht wird.“ Mehr sagte er die ganze Fahrt in unser Hotel nicht mehr. Tanya und ich unterhielten uns in der Zwischenzeit über ein paar anstehende Sachen für die Hochzeit.
Übersetzung des Zitates:
"Change will not come if we wait for some other person or some other time. We are the ones we've been waiting for. We are the change that we seek."
"Die Veränderung wird nicht kommen, wenn wir auf andere Menschen oder eine andere Zeit warten. Wir sind diejenigen auf die wir gewartet haben. Wir sind die Veränderung, die wir anstreben."