Kapitel 7
"Wir können nicht vergessen, dass jedes
einzelne Leben ein Abenteuer ist. In jedem Leben gibt es eine
Möglichkeit zur Flucht, zur Erweiterung, zur Entwicklung, zur Veredelung
und zur Überwindung von Hindernissen, die unverrückbar scheinen." - Anaïs Nin
Ich spürte, wie mich etwas an meiner Taille streichelte. Das unangenehme Kitzeln setzte sich bis zu meinem Bauch fort um dann in Richtung meines Höschens zu gelangen. Panisch riss ich die Augen auf und starrte direkt in Edwards schelmisch grinsendes Gesicht. Wie erstarrt lag ich unter ihm und spürte die wohltuende Wärme seines Körpers. Ich öffnete meinen Mund, ohne dass ein Laut hervortrat. Mein verzweifelter Schrei blieb mir im Hals stecken. Mit hochgezogener Augenbraue taxierte er mich, so wie am vergangenen Abend, als er wieder zu uns gestoßen war. Lachend rollte er sich von mir herunter und ich zog augenblicklich die Bettdecke bis zum Kinn hinauf. Erst jetzt merkte ich, dass ich oben ohne war, jedoch meinen Slip noch trug. Oder wurde er mir wieder angezogen? Entsetzt sah ich Edward an.
„Gut geschlafen?“, fragte er mich, noch sichtlich amüsiert. Das bronzene Haar stand ihm wild vom Kopf ab, welchen er nun mit der Hand stützte. Wie war ich überhaupt in dieses Bett gekommen? Es schien eindeutig nicht das Zimmer zu sein, indem ich meine erste Nacht hier verbracht hatte. Edwards‘ Frage ignorierend streckte ich mich ausgiebig, jedoch darauf bedacht, dass die Decke nicht verrutschte. Bevor ich ihn ankeifen konnte, musste ich erst richtig munter werden. Als ich wieder zu meinem Verlobten sah, bemerkte ich, dass er am Hals einen fast verblassten Knutschfleck hatte.
„Sind dir heute die Worte ausgegangen, Isabella? Ich hatte mir jetzt schon Argumente überlegt, weshalb du hier liegst. Aber anscheinend brauche ich diese heute nicht mehr, was mich äußerst verwundert.“
Schnaubend setzte ich mich samt Decke auf.
„Was fällt dir ein, das zu behaupten? Ich kann sprechen und besitze ein sehr großes Wortvokabular, mit dem ich dich, wenn ich wollte, gegen die Wand reden könnte. Willst du mich wirklich so weit treiben?“
„Deinen außergewöhnlichen Wortschatz habe ich gestern bereits kennengelernt. Dieser ist jedoch bei weitem nicht so ausgereift und weltgewandt, wie der meinige und das wird auch immer so bleiben, schließlich habe ich mehr Erfahrung als du.“
Plötzlich wurde ich von Edward auf das Bett gedrückt und er küsste mich zärtlich. Mit den Händen versuchte ich, ihn von mir herunter zu drücken.
„Spiel mit. In der Tür steht eine deiner Freundinnen. Ich habe keine Ahnung, was sie hier zu suchen hat, aber mach einfach mit“, flüsterte er zwischen den Küssen, seine Hand wanderte über meinen Körper, und ich musste ernsthaft ein Stöhnen unterdrücken. Sobald das Schließen der Tür zu vernehmen war - das war Gott sei Dank nur ein paar Sekunden später – war sein Gewicht von mir verschwunden. Fluchtartig verließ er das Bett und wickelte sich sofort ein Laken um sein Becken
Ich konnte einen flüchtigen Blick auf seinen Po werfen, welcher beachtlich war. Verdammt, so durfte ich nicht von ihm denken! Die Gedanken aus meinem Kopf schlagend, fuhr ich mit den Fingerspitzen über meine Lippen. Was war das gerade eben gewesen? Mit dem Handrücken wischte ich mir über den Mund und schnaubte.
Etwas wackelig auf den Beinen stand ich auf, wickelte mich in die Decke ein, welche nun wie ein weites deformiertes Kleid an mir aussah, und dann ging ich hinunter in den ersten Stock, um mir Kleidung zu holen. Als ich an die Zimmertür klopfte, bekam ich keine Antwort. Aus diesem Grund öffnete ich diese einen Spalt. Das unbenutzte Bett erspähend trat ich ein und huschte zu meinem Kleiderschrank, in dem schon ein Outfit mit einer kleinen Notiz angebracht war. In Windeseile hatte ich mir dieses geschnappt und war auch schon unter der Dusche, um mich fertig zu machen. Genau wie am Tag davor, erwartete mich Angela in dem Raum. Heute trug sie einen dunklen Hosenanzug und ihr Haar offen, was sie nicht so streng wirken ließ.
„Guten Morgen. Wie ich sehe, haben Sie das vorbereitete Ensemble samt meiner Nachricht gefunden. Ich freue mich, dass Sie es tragen.“ Freudestrahlend sah sie mich an und schob eine Haarsträhne hinter das Ohr. Dabei verrutschte der Anzugärmel etwas und ein kleines Tattoo wurde sichtbar.
„Vielen Dank. In der Früh habe ich nie den Kopf dafür, mir etwas – in Edwards Augen – Passendes zu suchen. Aber ich hätte eine Bitte: Könnten Sie mir zwei Varianten vorbereiten? Denn ich bin ein Mensch, der bei Kleidung sehr spontan entscheidet, und wenn ich lieber eine Jeans als einen Rock tragen möchte, würde das ein kleines Problem ergeben.“ Sie nickte lächelnd und suchte schließlich etwas in ihrer Tasche. Das herausgezogene Ding, sah verdächtig nach einem Terminplaner aus. Angela öffnete jenen und fuhr mit dem Finger über sie unbeschriebene Seite.
„Ich werde mir gleich Ihr Anliegen vermerken. Davor möchte ich aber mit Ihnen Ihren Tagesplan durchgehen. Dies wird nun jeden Morgen passieren. Hierbei duldet Senator Cullen keine Widerrede, da Sie laut seinen Aussagen auf das Leben im Weißen Haus vorbereitet gehören.“ Als ich etwas einwenden wollte, sah sie mich mit hochgezogener Augenbraue an.
„Ich kann mir vorstellen, was diese plötzliche Verlobung alles für Umstrukturierungen für Sie bedeutet, jedoch bitte ich Sie, einfach mitzumachen. Denn stellen Sie sich quer, müssen wir alle darunter leiden. Außerdem erübrigt es uns einige Arbeit, da Senator Cullens‘ Ablauf des Tages mit dem Ihrigen harmonisiert und übereingestimmt wurde, sodass Sie beide so viel Zeit wie möglich gemeinsam verbringen können. Dies wurde so vom Senator gewünscht und betrifft meistens Galas oder Wohltätigkeitsveranstaltungen. Um es Ihnen etwas leichter zu machen, habe ich persönlich mit Ihrem Verlobten bezüglich der Planung gesprochen und für Sie ein Mitbestimmungsrecht erwirtschaftet. Sie sollten es nicht vergeuden, denn es hat mich sehr viel Überzeugungskraft gekostet und Sie kennen schließlich den Senator.“ Angela lächelte mir aufbauend zu, bevor sie fortfuhr.
„Und aus diesem Grund dürfen Sie auch heute bestimmen, was Sie beide machen werden. Überlegen Sie weise und setzen mich dann bitte in Kenntnis, damit ich Vorbereitungen zu Ihrer beider Sicherheit treffen kann. Außerdem haben Sie heute keine Vorlesung, das heißt, dass Sie auf der Stelle mit Ihren Anliegen zu mir kommen können. Wenn Sie wollen, können Sie gerne shoppen gehen, falls Ihnen etwas bei den gekauften Sachen fehlt oder einfach hierbleiben und die Hochzeit planen, oder lernen. Wie es Ihnen beliebt.“
Überrascht sah ich sie an. Ich würde eindeutig shoppen gehen! Denn die Unterwäsche, welche Edwards Assistentin besorgt hatte, war zwar neu, aber der Stil gefiel mir absolut nicht.
„Wenn Sie etwas brauchen, ich bin unten in der Küche.“ Angela erhob sich elegant und ging aus dem Zimmer.
Seufzend folgte ich ihr kurzerhand. Als ich um die Ecke zur Küche bog, traute ich meinen Augen kaum. Meine drei Freundinnen, saßen an der kleinen Bar, und Edward goss ihnen nach und nach Kaffee ein. Angela war jedoch nicht zu sehen. Vermutlich hat sie dieser Anblick in die Flucht geschlagen.
„Hi Schatz!“, begrüßte er mich freudestrahlend, und ich musste mich an diesen Stimmungswechsel kurz gewöhnen. Sofia, Lily und Mia drehten sich um und wünschten mir einen „Guten Morgen!“. Diesen hatte ich wirklich. Ich ging zu Edward und sah erwartend zu ihm hoch auf. Er lehnte sich hinab und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen.
„Und, Bella, weißt du, was du heute noch machen wirst?“, erkundigte sich Sofia und sah mich über den Rand ihrer Brille an.
„Ich weiß es noch nicht genau. Da wir heute keine Vorlesung haben, möchte ich die Zeit zum Shoppen nutzen, zwar habe ich jetzt neue Kleidung, jedoch nichts für zu Hause, das wurde verabsäumt zu besorgen.“ Seufzend ließ ich mich neben Mia nieder, die ein Klatschblatt in der Hand hielt und gerade dabei war, quer zu lesen. Das Bild von dem Abend, als Edward mich in Buffalo gefunden hatte, war abgelichtet und die angebliche Neuigkeit, dass ich schwanger sei, stand als Headline.
„Mein Vater stellt mir heute Abend sein Boot zur Verfügung und ich dachte, dass wir alle dort unser gemeinsames monatliches Essen abhalten könnten“, meldete sich Lily. Mein Blick richtete sich auf Edward, der eine Augenbraue in die Höhe gezogen hatte. Verwirrt sah er mich an.
„Ein Boot?“, fragte er nach, und seine Stimme klang nervös. Hatte da etwa jemand Angst vor dem Meer oder einer kleinen Bootstour? Mein Lachen verkneifend wandte ich meine Aufmerksamkeit wieder meiner schwarzhaarigen Freundin zu.
„Lily untertreibt immer. Du musst wissen, ihr Vater ist Multimillionär und hat eine Yacht, die eine kleinere Version eines Luxusdampfers ist. Und ich muss zugeben, dass ich das Schiff liebe. Wir verbrachten unsere letzten Sommerferien mit genau dem gleichen Modell am Mittelmeer. Barcelona, Marseille, Nizza, Monaco, Athen und dann noch Kreta.“ Schwärmend sah Sofie in die Luft.
„Nun gut, die Damen, ich werde mich jetzt wieder in mein Büro zurückziehen. Denn aufgrund einer gestrigen Aktion muss ich mich um die Medien kümmern. Wenn ihr mich entschuldigt. Und ich überlasse Bella die Entscheidung, ob wir hingehen. Ich hoffe, dass es euch nicht stört, wenn ich mich dazugeselle.“ Die drei verneinten, da jede von ihnen selbst ihren Freund mitbringen würde.
Nachdem wir besprochen hatten, was wir heute noch tun würden, verabschiedeten sich die drei und ich schnappte mir mein Handy, um Rose und Alice anzurufen. Ich liebte unsere Konferenzschaltungen. Meine kleine quirlige Freundin hob sofort ab.
„Bella! Wie geht es dir? Stimmt das mit Senator Cullen? Weshalb hast du uns nie etwas gesagt?“, begrüßte sie mich sofort und ich hörte, dass sie unterwegs war, aufgrund des lauten Straßenverkehrs.
In ihrer Stimme schwangen sowohl Freude, als auch Missfallen, da sie es hasste, wenn sie in etwas nicht eingeweiht war.
„Mir geht es gut, ich habe nur mit der Presse zu kämpfen und ich habe dir nie etwas davon gesagt, da Edward und ich unsere Beziehung geheim halten wollten. Meine zwei Wochen bis zur Abschlussprüfung schaffe ich mit den Medien im Nacken, ein ganzes Jahr hätte ich so nie absolviert.“
„Oh, das verstehe ich. Süße, ich hoffe, du bist mir nicht böse, dass ich unser Gespräch jetzt beenden muss, aber meine Arbeit ruft und der nächste Kunde ist wirklich fordernd. Ich soll dir auch schöne Grüße von Rose ausrichten, denn mit ihr habe ich mich gestern getroffen. Sie ist derzeit nicht erreichbar, da sie kurzfristig Urlaub macht, falls du sie anrufen möchtest, muss ich dich also leider vertrösten.“ So war Alice, wenn man sie erwischte, meistens nur kurz, oder spät abends und dann konnte man mit ihr stundenlang reden.
„Kein Problem. Ich rufe dich im Laufe der Tage nochmals an. Bis dann.“ Für Rose war es typisch, dass sie des Öfteren im Jahr Urlaub in an einem exotischen Reiseziel machte. Seufzend erhob ich mich und ging zu dem Büro, in dem wir gestern unsere Auseinandersetzung hatten.
Ich öffnete die Tür und fand ihn vertieft in seiner Arbeit vor. Nachdem ich mich geräuspert hatte, sah er verwundert auf.
„Was willst du, Isabella? Siehst du nicht, dass ich arbeite?“ Hatte er nicht für diese Medienarbeit einen Pressesprecher, der sich darum kümmerte?
„Ich würde gerne einkaufen gehen und zwar mit dir.“ Seufzend legte er seinen Kugelschreiber zur Seite und bedachte mich verärgert.
„Wie du vielleicht bemerkt hast, habe ich ziemlich viel zu tun – dank dir. Also, wenn du jetzt so gütig wärst um mein Büro zu verlassen, wäre das sehr zuvorkommend von dir.“
„Nun gut, dann werde ich wohl Ethan fragen müssen. Nur wirst du dann noch mehr mit der Presse zu tun haben, wenn er mit mir zu Victorias Secret geht, um Dessous zu kaufen.“ Schulterzuckend wandte ich mich ab und wollte aus der Tür hinausspazieren, als ich hörte, wie er aufstand. Ich wusste, dass ich ihn mit meinem Studienkollegen locken konnte, da ich gestern schon diesen eifersüchtigen Blick gesehen hatte. Anscheinend mochte er es nicht, wenn man sich an seinen Frauen vergriff. Ethan´s plötzliches Verlassen unserer Lerngruppe hatte mich etwas verwirrt, doch ich hatte bis jetzt noch keine Zeit gehabt, ihn anzurufen und zu fragen, was denn los war.
„Isabella, ich warne dich! Solltest du irgendeinen Blödsinn geplant haben, wirst du dafür büßen!“
Unschuldig lächelnd nickte ich ihm zu und eilte zu meinem Kleiderschrank. Schnell zog ich mir eine Jeans, Shirt und Weste an. Mein Haar band ich zu einem Zopf zusammen und stand keine fünf Minuten später vor der Haustür, um auf Edward zu warten. Dieser kam sogleich die Treppe hinabgestiegen und trug wie ich eine Jeans. Bis jetzt hatte ich ihn entweder nur im Anzug oder und ein einziges Mal nackt gesehen. In der Hand hielt er ein graues Ding, das er mir reichte.
„Den Hoodie solltest du dir lieber überziehen, damit wir nicht so schnell erkannt werden, denn ich habe keine Lust, mich der Presse zu stellen, auch wenn Tanya gerade Schadensbegrenzung betreibt.“ Das Kleidungsstück nahm ich entgegen und betrachtete es.
„Fan der San Francisco 49ers?“, fragte ich und Edward nickte knapp. Als ich den Hoodie überzog, stieg mir der Geruch seines Aftershaves in die Nase. Er selbst zog sich identischen an und bevor ich die Tür öffnen konnte, wurde ich von ihm zurückgehalten.
„Wir nehmen einen anderen Weg. Die Presse muss nicht gleich wissen, dass wir außer Haus sind.“ Er schnappte sich meine Hand und zog mich noch ein Stockwerk hinunter in den Keller. Edward öffnete eine Tür und ließ mir den Vortritt. Vor mir erstreckte sich ein langer weiß gestrichener Gang, der nicht enden wollte.
„Geh einfach! Wir kommen abseits des Hauses heraus. Dort wartet ein Auto für uns. Isabella, vertrau mir.“ Knapp nickte ich und ging langsam voran. Ich hasste enge Räume und wenn wir hier nicht bald herauskamen, hatte ich eine Panikattacke. Ein paar hundert Meter weiter, sah ich Stiegen und eilte zu ihnen. Am Treppenende gab es eine Tür und als ich versuchte diese zu öffnen, musste ich feststellen, dass sie verschlossen war. Mit einem „Hier!“ übergab er mir einen Schlüssel, sodass ich aufsperren konnte. Schnell huschte ich aus dem Gang des Schreckens in die Freiheit und sah mich um, ob ja keine Paparazzi in der Nähe waren. Nachdem Edward wieder abgesperrt hatte, ging er an mir vorbei zu einem schlichten silbernen Volvo. Galant hielt er mir die Beifahrertür auf. Verwundert hob ich die Augenbraue.
„Ich weiß, wie man sich als Gentleman verhält. Darum steige nun lieber ein, bevor ich es mir anderes überlege!“
Ich spürte, wie mich etwas an meiner Taille streichelte. Das unangenehme Kitzeln setzte sich bis zu meinem Bauch fort um dann in Richtung meines Höschens zu gelangen. Panisch riss ich die Augen auf und starrte direkt in Edwards schelmisch grinsendes Gesicht. Wie erstarrt lag ich unter ihm und spürte die wohltuende Wärme seines Körpers. Ich öffnete meinen Mund, ohne dass ein Laut hervortrat. Mein verzweifelter Schrei blieb mir im Hals stecken. Mit hochgezogener Augenbraue taxierte er mich, so wie am vergangenen Abend, als er wieder zu uns gestoßen war. Lachend rollte er sich von mir herunter und ich zog augenblicklich die Bettdecke bis zum Kinn hinauf. Erst jetzt merkte ich, dass ich oben ohne war, jedoch meinen Slip noch trug. Oder wurde er mir wieder angezogen? Entsetzt sah ich Edward an.
„Gut geschlafen?“, fragte er mich, noch sichtlich amüsiert. Das bronzene Haar stand ihm wild vom Kopf ab, welchen er nun mit der Hand stützte. Wie war ich überhaupt in dieses Bett gekommen? Es schien eindeutig nicht das Zimmer zu sein, indem ich meine erste Nacht hier verbracht hatte. Edwards‘ Frage ignorierend streckte ich mich ausgiebig, jedoch darauf bedacht, dass die Decke nicht verrutschte. Bevor ich ihn ankeifen konnte, musste ich erst richtig munter werden. Als ich wieder zu meinem Verlobten sah, bemerkte ich, dass er am Hals einen fast verblassten Knutschfleck hatte.
„Sind dir heute die Worte ausgegangen, Isabella? Ich hatte mir jetzt schon Argumente überlegt, weshalb du hier liegst. Aber anscheinend brauche ich diese heute nicht mehr, was mich äußerst verwundert.“
Schnaubend setzte ich mich samt Decke auf.
„Was fällt dir ein, das zu behaupten? Ich kann sprechen und besitze ein sehr großes Wortvokabular, mit dem ich dich, wenn ich wollte, gegen die Wand reden könnte. Willst du mich wirklich so weit treiben?“
„Deinen außergewöhnlichen Wortschatz habe ich gestern bereits kennengelernt. Dieser ist jedoch bei weitem nicht so ausgereift und weltgewandt, wie der meinige und das wird auch immer so bleiben, schließlich habe ich mehr Erfahrung als du.“
Plötzlich wurde ich von Edward auf das Bett gedrückt und er küsste mich zärtlich. Mit den Händen versuchte ich, ihn von mir herunter zu drücken.
„Spiel mit. In der Tür steht eine deiner Freundinnen. Ich habe keine Ahnung, was sie hier zu suchen hat, aber mach einfach mit“, flüsterte er zwischen den Küssen, seine Hand wanderte über meinen Körper, und ich musste ernsthaft ein Stöhnen unterdrücken. Sobald das Schließen der Tür zu vernehmen war - das war Gott sei Dank nur ein paar Sekunden später – war sein Gewicht von mir verschwunden. Fluchtartig verließ er das Bett und wickelte sich sofort ein Laken um sein Becken
Ich konnte einen flüchtigen Blick auf seinen Po werfen, welcher beachtlich war. Verdammt, so durfte ich nicht von ihm denken! Die Gedanken aus meinem Kopf schlagend, fuhr ich mit den Fingerspitzen über meine Lippen. Was war das gerade eben gewesen? Mit dem Handrücken wischte ich mir über den Mund und schnaubte.
Etwas wackelig auf den Beinen stand ich auf, wickelte mich in die Decke ein, welche nun wie ein weites deformiertes Kleid an mir aussah, und dann ging ich hinunter in den ersten Stock, um mir Kleidung zu holen. Als ich an die Zimmertür klopfte, bekam ich keine Antwort. Aus diesem Grund öffnete ich diese einen Spalt. Das unbenutzte Bett erspähend trat ich ein und huschte zu meinem Kleiderschrank, in dem schon ein Outfit mit einer kleinen Notiz angebracht war. In Windeseile hatte ich mir dieses geschnappt und war auch schon unter der Dusche, um mich fertig zu machen. Genau wie am Tag davor, erwartete mich Angela in dem Raum. Heute trug sie einen dunklen Hosenanzug und ihr Haar offen, was sie nicht so streng wirken ließ.
„Guten Morgen. Wie ich sehe, haben Sie das vorbereitete Ensemble samt meiner Nachricht gefunden. Ich freue mich, dass Sie es tragen.“ Freudestrahlend sah sie mich an und schob eine Haarsträhne hinter das Ohr. Dabei verrutschte der Anzugärmel etwas und ein kleines Tattoo wurde sichtbar.
„Vielen Dank. In der Früh habe ich nie den Kopf dafür, mir etwas – in Edwards Augen – Passendes zu suchen. Aber ich hätte eine Bitte: Könnten Sie mir zwei Varianten vorbereiten? Denn ich bin ein Mensch, der bei Kleidung sehr spontan entscheidet, und wenn ich lieber eine Jeans als einen Rock tragen möchte, würde das ein kleines Problem ergeben.“ Sie nickte lächelnd und suchte schließlich etwas in ihrer Tasche. Das herausgezogene Ding, sah verdächtig nach einem Terminplaner aus. Angela öffnete jenen und fuhr mit dem Finger über sie unbeschriebene Seite.
„Ich werde mir gleich Ihr Anliegen vermerken. Davor möchte ich aber mit Ihnen Ihren Tagesplan durchgehen. Dies wird nun jeden Morgen passieren. Hierbei duldet Senator Cullen keine Widerrede, da Sie laut seinen Aussagen auf das Leben im Weißen Haus vorbereitet gehören.“ Als ich etwas einwenden wollte, sah sie mich mit hochgezogener Augenbraue an.
„Ich kann mir vorstellen, was diese plötzliche Verlobung alles für Umstrukturierungen für Sie bedeutet, jedoch bitte ich Sie, einfach mitzumachen. Denn stellen Sie sich quer, müssen wir alle darunter leiden. Außerdem erübrigt es uns einige Arbeit, da Senator Cullens‘ Ablauf des Tages mit dem Ihrigen harmonisiert und übereingestimmt wurde, sodass Sie beide so viel Zeit wie möglich gemeinsam verbringen können. Dies wurde so vom Senator gewünscht und betrifft meistens Galas oder Wohltätigkeitsveranstaltungen. Um es Ihnen etwas leichter zu machen, habe ich persönlich mit Ihrem Verlobten bezüglich der Planung gesprochen und für Sie ein Mitbestimmungsrecht erwirtschaftet. Sie sollten es nicht vergeuden, denn es hat mich sehr viel Überzeugungskraft gekostet und Sie kennen schließlich den Senator.“ Angela lächelte mir aufbauend zu, bevor sie fortfuhr.
„Und aus diesem Grund dürfen Sie auch heute bestimmen, was Sie beide machen werden. Überlegen Sie weise und setzen mich dann bitte in Kenntnis, damit ich Vorbereitungen zu Ihrer beider Sicherheit treffen kann. Außerdem haben Sie heute keine Vorlesung, das heißt, dass Sie auf der Stelle mit Ihren Anliegen zu mir kommen können. Wenn Sie wollen, können Sie gerne shoppen gehen, falls Ihnen etwas bei den gekauften Sachen fehlt oder einfach hierbleiben und die Hochzeit planen, oder lernen. Wie es Ihnen beliebt.“
Überrascht sah ich sie an. Ich würde eindeutig shoppen gehen! Denn die Unterwäsche, welche Edwards Assistentin besorgt hatte, war zwar neu, aber der Stil gefiel mir absolut nicht.
„Wenn Sie etwas brauchen, ich bin unten in der Küche.“ Angela erhob sich elegant und ging aus dem Zimmer.
Seufzend folgte ich ihr kurzerhand. Als ich um die Ecke zur Küche bog, traute ich meinen Augen kaum. Meine drei Freundinnen, saßen an der kleinen Bar, und Edward goss ihnen nach und nach Kaffee ein. Angela war jedoch nicht zu sehen. Vermutlich hat sie dieser Anblick in die Flucht geschlagen.
„Hi Schatz!“, begrüßte er mich freudestrahlend, und ich musste mich an diesen Stimmungswechsel kurz gewöhnen. Sofia, Lily und Mia drehten sich um und wünschten mir einen „Guten Morgen!“. Diesen hatte ich wirklich. Ich ging zu Edward und sah erwartend zu ihm hoch auf. Er lehnte sich hinab und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen.
„Und, Bella, weißt du, was du heute noch machen wirst?“, erkundigte sich Sofia und sah mich über den Rand ihrer Brille an.
„Ich weiß es noch nicht genau. Da wir heute keine Vorlesung haben, möchte ich die Zeit zum Shoppen nutzen, zwar habe ich jetzt neue Kleidung, jedoch nichts für zu Hause, das wurde verabsäumt zu besorgen.“ Seufzend ließ ich mich neben Mia nieder, die ein Klatschblatt in der Hand hielt und gerade dabei war, quer zu lesen. Das Bild von dem Abend, als Edward mich in Buffalo gefunden hatte, war abgelichtet und die angebliche Neuigkeit, dass ich schwanger sei, stand als Headline.
„Mein Vater stellt mir heute Abend sein Boot zur Verfügung und ich dachte, dass wir alle dort unser gemeinsames monatliches Essen abhalten könnten“, meldete sich Lily. Mein Blick richtete sich auf Edward, der eine Augenbraue in die Höhe gezogen hatte. Verwirrt sah er mich an.
„Ein Boot?“, fragte er nach, und seine Stimme klang nervös. Hatte da etwa jemand Angst vor dem Meer oder einer kleinen Bootstour? Mein Lachen verkneifend wandte ich meine Aufmerksamkeit wieder meiner schwarzhaarigen Freundin zu.
„Lily untertreibt immer. Du musst wissen, ihr Vater ist Multimillionär und hat eine Yacht, die eine kleinere Version eines Luxusdampfers ist. Und ich muss zugeben, dass ich das Schiff liebe. Wir verbrachten unsere letzten Sommerferien mit genau dem gleichen Modell am Mittelmeer. Barcelona, Marseille, Nizza, Monaco, Athen und dann noch Kreta.“ Schwärmend sah Sofie in die Luft.
„Nun gut, die Damen, ich werde mich jetzt wieder in mein Büro zurückziehen. Denn aufgrund einer gestrigen Aktion muss ich mich um die Medien kümmern. Wenn ihr mich entschuldigt. Und ich überlasse Bella die Entscheidung, ob wir hingehen. Ich hoffe, dass es euch nicht stört, wenn ich mich dazugeselle.“ Die drei verneinten, da jede von ihnen selbst ihren Freund mitbringen würde.
Nachdem wir besprochen hatten, was wir heute noch tun würden, verabschiedeten sich die drei und ich schnappte mir mein Handy, um Rose und Alice anzurufen. Ich liebte unsere Konferenzschaltungen. Meine kleine quirlige Freundin hob sofort ab.
„Bella! Wie geht es dir? Stimmt das mit Senator Cullen? Weshalb hast du uns nie etwas gesagt?“, begrüßte sie mich sofort und ich hörte, dass sie unterwegs war, aufgrund des lauten Straßenverkehrs.
In ihrer Stimme schwangen sowohl Freude, als auch Missfallen, da sie es hasste, wenn sie in etwas nicht eingeweiht war.
„Mir geht es gut, ich habe nur mit der Presse zu kämpfen und ich habe dir nie etwas davon gesagt, da Edward und ich unsere Beziehung geheim halten wollten. Meine zwei Wochen bis zur Abschlussprüfung schaffe ich mit den Medien im Nacken, ein ganzes Jahr hätte ich so nie absolviert.“
„Oh, das verstehe ich. Süße, ich hoffe, du bist mir nicht böse, dass ich unser Gespräch jetzt beenden muss, aber meine Arbeit ruft und der nächste Kunde ist wirklich fordernd. Ich soll dir auch schöne Grüße von Rose ausrichten, denn mit ihr habe ich mich gestern getroffen. Sie ist derzeit nicht erreichbar, da sie kurzfristig Urlaub macht, falls du sie anrufen möchtest, muss ich dich also leider vertrösten.“ So war Alice, wenn man sie erwischte, meistens nur kurz, oder spät abends und dann konnte man mit ihr stundenlang reden.
„Kein Problem. Ich rufe dich im Laufe der Tage nochmals an. Bis dann.“ Für Rose war es typisch, dass sie des Öfteren im Jahr Urlaub in an einem exotischen Reiseziel machte. Seufzend erhob ich mich und ging zu dem Büro, in dem wir gestern unsere Auseinandersetzung hatten.
Ich öffnete die Tür und fand ihn vertieft in seiner Arbeit vor. Nachdem ich mich geräuspert hatte, sah er verwundert auf.
„Was willst du, Isabella? Siehst du nicht, dass ich arbeite?“ Hatte er nicht für diese Medienarbeit einen Pressesprecher, der sich darum kümmerte?
„Ich würde gerne einkaufen gehen und zwar mit dir.“ Seufzend legte er seinen Kugelschreiber zur Seite und bedachte mich verärgert.
„Wie du vielleicht bemerkt hast, habe ich ziemlich viel zu tun – dank dir. Also, wenn du jetzt so gütig wärst um mein Büro zu verlassen, wäre das sehr zuvorkommend von dir.“
„Nun gut, dann werde ich wohl Ethan fragen müssen. Nur wirst du dann noch mehr mit der Presse zu tun haben, wenn er mit mir zu Victorias Secret geht, um Dessous zu kaufen.“ Schulterzuckend wandte ich mich ab und wollte aus der Tür hinausspazieren, als ich hörte, wie er aufstand. Ich wusste, dass ich ihn mit meinem Studienkollegen locken konnte, da ich gestern schon diesen eifersüchtigen Blick gesehen hatte. Anscheinend mochte er es nicht, wenn man sich an seinen Frauen vergriff. Ethan´s plötzliches Verlassen unserer Lerngruppe hatte mich etwas verwirrt, doch ich hatte bis jetzt noch keine Zeit gehabt, ihn anzurufen und zu fragen, was denn los war.
„Isabella, ich warne dich! Solltest du irgendeinen Blödsinn geplant haben, wirst du dafür büßen!“
Unschuldig lächelnd nickte ich ihm zu und eilte zu meinem Kleiderschrank. Schnell zog ich mir eine Jeans, Shirt und Weste an. Mein Haar band ich zu einem Zopf zusammen und stand keine fünf Minuten später vor der Haustür, um auf Edward zu warten. Dieser kam sogleich die Treppe hinabgestiegen und trug wie ich eine Jeans. Bis jetzt hatte ich ihn entweder nur im Anzug oder und ein einziges Mal nackt gesehen. In der Hand hielt er ein graues Ding, das er mir reichte.
„Den Hoodie solltest du dir lieber überziehen, damit wir nicht so schnell erkannt werden, denn ich habe keine Lust, mich der Presse zu stellen, auch wenn Tanya gerade Schadensbegrenzung betreibt.“ Das Kleidungsstück nahm ich entgegen und betrachtete es.
„Fan der San Francisco 49ers?“, fragte ich und Edward nickte knapp. Als ich den Hoodie überzog, stieg mir der Geruch seines Aftershaves in die Nase. Er selbst zog sich identischen an und bevor ich die Tür öffnen konnte, wurde ich von ihm zurückgehalten.
„Wir nehmen einen anderen Weg. Die Presse muss nicht gleich wissen, dass wir außer Haus sind.“ Er schnappte sich meine Hand und zog mich noch ein Stockwerk hinunter in den Keller. Edward öffnete eine Tür und ließ mir den Vortritt. Vor mir erstreckte sich ein langer weiß gestrichener Gang, der nicht enden wollte.
„Geh einfach! Wir kommen abseits des Hauses heraus. Dort wartet ein Auto für uns. Isabella, vertrau mir.“ Knapp nickte ich und ging langsam voran. Ich hasste enge Räume und wenn wir hier nicht bald herauskamen, hatte ich eine Panikattacke. Ein paar hundert Meter weiter, sah ich Stiegen und eilte zu ihnen. Am Treppenende gab es eine Tür und als ich versuchte diese zu öffnen, musste ich feststellen, dass sie verschlossen war. Mit einem „Hier!“ übergab er mir einen Schlüssel, sodass ich aufsperren konnte. Schnell huschte ich aus dem Gang des Schreckens in die Freiheit und sah mich um, ob ja keine Paparazzi in der Nähe waren. Nachdem Edward wieder abgesperrt hatte, ging er an mir vorbei zu einem schlichten silbernen Volvo. Galant hielt er mir die Beifahrertür auf. Verwundert hob ich die Augenbraue.
„Ich weiß, wie man sich als Gentleman verhält. Darum steige nun lieber ein, bevor ich es mir anderes überlege!“
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„Also war das kein Scherz, dass du in diesen Laden wolltest?“ Edward sah panisch – Moment, diesen Ausdruck kannte ich noch nicht – zwischen mir und dem Geschäft hin und her. Ich verkniff es mir, laut loszulachen.
„Ja, schließlich brauche ich andere Unterwäsche. Du kannst gerne hier draußen warten, nur hätte ich davor liebend gern deine Kreditkarte. Schließlich musst du mir jetzt alles bezahlen, ich bin ja deine Verlobte.“ Ihn angrinsend hielt ich ihm die Hand entgegen.
„Du kannst dich entscheiden: entweder du gehst mit mir dort hinein und siehst dich um, oder du wartest hier und schwebst in Gefahr, dass dich jemand erkennt. Nun?“
Auffordernd sah ich ihn an. Seufzend trat er ein und ich folgte ihm. Sofort kam eine Verkäuferin auf ihn zugestürmt und begann maßlos mit ihm zu flirten. Die Szene betrachtend konnte ich nichts anderes tun, als die Augen mit der linken Hand zu verbergen. Diese Frau musste es nötig haben, einen Mann ins Bett zu bekommen. Wobei, bei dieser Figur sollte es ihr doch sehr leicht fallen.
„Wie wäre es, wenn ich Ihnen etwas vorführe, damit Sie einen Eindruck bekommen, wie es aussehen kann?“, säuselte sie und lächelte Edward lasziv an.
„Das wäre sehr… kundenfreundlich von Ihnen.“ Eine Augenbraue schoss in die Höhe. Ich hätte nie gedacht, dass er sich auf so etwas Billiges einlassen würde, wenn er meinte. Augenverdrehend wandte ich mich ab und begann damit, verschiedene Sets zu begutachten. Was erwartete man sich auch anderes von Edward Cullen? Er war eindeutig kein Mann für Frau, Kind und Haus – überhaupt für keine monogame Beziehung.
Mittlerweile hatte ich schon ein paar Sets ausgesucht und probiert und war zu dem Schluss gekommen, dass ich alle kaufen würde. Ein paar ausgerechnet nur dafür, um vor Edward so herumzurennen. Wenn er nicht mit seinen Reizen geizte, dann tat ich dies mit Sicherheit auch nicht.
„Entschuldigen Sie?“ Erschrocken drehte ich mich zur Seite und neben mir stand eine Frau mit einem Baby im Arm. Jenes schlief still und nuckelte am Daumen.
„Könnten Sie vielleicht kurz meine Caroline nehmen, damit ich das anprobieren kann?“ Verzweifelt sah sie mich an.
„Liebend gerne, aber ich habe noch nie ein Baby gehalten.“ Schnell wies sie mich ein und ich ging mit dem Bündel in meinem Arm durch das Geschäft, da sie meinte, dass die Kleine länger schlafen würde, wenn man in Bewegung mit ihr war.
„Hier bist du“, ertönte plötzlich Edwards Stimme hinter mir und ich fuhr zusammen. Einen Blick auf das Baby und ich atmete erleichtert auf. Caroline war nicht aufgewacht – Gott sei Dank, denn ich hatte keine Ahnung, wie man mit einem wachen Kind umging.
„Du solltest das Köpfchen etwas mehr stützen.“ Bitte was? Kannte er sich etwa mit Kindern aus? Verwundert starrte ich ihn an, während er meine Armhaltung berichtigte. Lächelnd sah er auf das Baby hinab.
„Vielen herzlichen Dank, dass Sie auf meine Kleine aufgepasst haben und jetzt weiß ich, woher ich Sie kenne. Isabella Swan, oder?“ Was sollte ich darauf sagen? Ich blickte zu Edward, der immer noch ganz vernarrt das kleine Wesen anstarrte.
„Oh, und dann müssen Sie Senator Cullen sein! Was für eine Ehre, Sie einmal persönlich kennenzulernen!“ Verwirrt sah er die Frau an und ich merkte wie er plötzlich umschaltete. Er richtete sich auf, strafte seine Schultern und legte ein warmherziges Lächeln auf, bevor er ihr ganz in Politikerart die Hand reichte.
„Es freut mich ebenfalls, Sie kennenzulernen. Sie haben wirklich eine bezaubernde Tochter. Ich hoffe, dass wir beide auch einmal ein so süßes Kind haben werden.“ Ich musste mich räuspern. Bevor wir beide ein Kind haben würden, sprang ich lieber von der nächsten Klippe.
„Du hast also den unabdingbaren und frühzeitigen Wunsch, eine Familie zu gründen? Wie viele Kinder wären dir denn recht? Ich tendiere zu zwei oder drei. Und da ich ein guter Ehemann sein möchte, werden wir auch gleich nach unserer Hochzeit beginnen, deinem sehnlichsten Verlangen ein Baby dein eigen zu nennen, zu erfüllen. Außerdem bringt dies ja auch reichlich positive Presse, so wie deine heutige Aktion mit den Schwangerschaftstests.“
Edwards Worte von gestern Abend kamen mir in den Sinn. Sicher wollte ich eine Familie gründen, jede Frau hatte den Wunsch, dies einmal zu tun, doch ich sah in Edward nicht den Vater meiner Kinder. Auch wenn er jetzt so vernarrt in Caroline war, passte es nicht zusammen. Für mich war er ein kaltherziger, egoistischer und selbstverliebter Politiker, der mit allen Mitteln seine Ziele erreichen wollte. Und so jemand konnte ich mir einfach nicht als Partner vorstellen.
„Schatz, wollen wir nicht langsam zahlen?“, riss mich plötzlich Edward aus meinen Gedanken und ich sah mich verwirrt um. Ein Grinsen zierte sein Gesicht. Caroline und ihre Mutter gingen gerade zur Kasse. Ich hatte nicht mitbekommen, dass sie ihr Gespräch beendet hatten. Schnell schnappte ich mir die Dessous-Sets.
Ich war froh, als wir endlich wieder aus dem Geschäft traten.
„Möchtest du sonst noch wohin? Weil, dann könnten wir das auch noch schnell erledigen, bevor wir wieder zurück fahren.“ Bevor ich wirklich überlegen konnte, rief plötzlich jemand nach uns.
„Senator Cullen, Miss Swan!“ Edward und ich sahen uns an und liefen, wie von einer Tarantel gestochen, los. Die nächste Seitengasse bogen wir links ab, dann rechts und dann traten wir in den nächstbesten Laden, der sich als Geschäft für Babyartikel herausstellte. Eine grauhaarige Dame, die diesen Oma-Effekt ausstrahlte, kam auf uns zu und betrachtete meinen Bauch.
„Guten Tag. Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“, fragte sie uns mit einem aufrichtigen Lächeln und sah zwischen mir und meinem Verlobten hin und her.
„Nun ja -“, begann ich, doch ich wurde von Edward unterbrochen: „Duck dich!“ Bevor ich überlegen konnte, wurde ich schon von ihm hinabgezogen. Mit einem „Autsch!“, landete ich am Boden und massierte mir mein angeschlagenes Handgelenk. Einen Blick zu der Verkäuferin hinaufwerfen, merkte ich, dass sie uns verwirrt ansah, doch als sie die Reporter, die gerade mit viel Geschrei vorbeirannten, erkannte, lächelte sie.
„Wenn das so ist und ich Sie beide schon einmal in meinem kleinen Reich begrüßen darf, würden Sie mir dann erlauben, Ihnen Tee oder Kaffee, sowie Kuchen anzubieten, Senator Cullen?“ Wir erhoben uns vom Boden und Edward sah mich fragend an. Wollte er jetzt wirklich, dass ich entschied, ob wir hier bleiben würden oder nicht?
„Wir würden gerne auf Kaffee und Kuchen bleiben!“, antwortete ich, und sie führte uns in ein Hinterzimmer. Jener Raum war liebevoll eingerichtet, und ein kleiner runder Tisch war in der Mitte platziert worden. Uns wurde eine Sitzgelegenheit angeboten und Edward zog mich auf den Sessel neben sich.
„Wir müssen ja jetzt das verliebte Paar spielen, ich hoffe, du hast das nicht vergessen.“ Sein Atem an meinem Ohr ließ mich erschaudern und die ältere Dame bedachte uns mit vergnügtem Blick. Ich küsste ihn sanft und bedankte mich, als die Frau vor uns den Kaffee abstellte.
„Wenn ich fragen darf, wie heißen Sie?“
„Ingrid, meine Liebe und Sie dürfen mich ruhig duzen.“ Über das ganze Gesicht strahlend stellte sie noch schnell einen Kuchen vor uns ab und setzte sich dann zu uns.
„Dann sag auch bitte zu uns Edward und Isabella“, meinte Edward und lächelte zurück, bevor er mir einen Kuss auf die Schläfe gab. Meine Hände zog er in seine und drückte sie zärtlich.
„Ich bin ja so neugierig, weshalb die Presse euch so auf Schritt und Tritt verfolgt. Denn die Frage, was euch beide hierherführt, hat sich schon erledigt.“ Erwartungsvoll sah sie wieder zwischen mir und Edward hin und her. Ich wollte gerade zur Antwort ansetzen, als mein Handy zu läuten begann. Mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck blickte ich Ingrid an, die nur meinte, „Ist schon okay, ihr beide habt viel zu tun. Geh ruhig ran.“
Schnell stand ich auf, entfernte mich ein wenig von beiden und hob schließlich ab.
„Isabella Swan“, meldete ich mich, da ich die Nummer am Display nicht kannte.
„Hi Bella, hier spricht Tanya, Edwards Schwester. Könntest du ihn mir bitte ans Telefon holen, da er an seines nicht rangeht. Wir haben nämlich ein kleines Problem.“ Sie klang sehr hektisch und ich verstand sie nur mit äußerster Konzentration, da im Hintergrund so viel Lärm war. Vor Edward blieb ich stehen und reichte ihm das Handy. Als er mich fragend ansah, sagte ich einfach nur „Tanya“. Nickend entfernte er sich und ich setzte mich wieder zu Ingrid, die mir gerade ein Stück Kuchen abschnitt und mit einem Teller zu mir schob.
„Darf ich dir eine Frage stellen und du nimmst mir die bitte nicht übel?“ Ich lächelte sie an.
„Stimmt es, dass du schwanger bist? Ganz Amerika rätselt, ob es stimmt oder nicht.“
„Ich bin mit Sicherheit nicht schwanger. Im Laufe der Tage wird noch ein Dementi abgegeben, da-“, weiter kam ich nicht, denn ich wurde von Edward unterbrochen. „Wir müssen leider gehen. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, aber wir haben noch etwas zu erledigen.“ Er nahm meine Hand und zog mich vom Stuhl, aus dem Geschäft und zum Auto. Gott sei Dank wurden wir nicht von den Paparazzi verfolgt.
„Was sollte das?“, fuhr ich ihn an, sobald wir im Auto saßen. Ohne zu antworten startete er den Motor und raste, ohne jegliche Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten, zum Anwesen zurück. Davor waren mehr Fotographen als am roten Teppich bei den Oscars versammelt. Was war hier los? Die Metalltore wurden geöffnet und Edward fuhr bis zur Haustür. Wir stiegen aus und er zerrte mich ins Haus hinein, sein Rücken zu den Paparazzi gerichtet, als würde er mich vor ihnen beschützen wollen. Als wir ins Wohnzimmer traten, saßen dort Angela und eine blondhaarige Schönheit. Das musste wohl Tanya sein.
„Hallo Bella, ich hätte dich gerne unter anderen Umständen kennen gelernt, doch dies ließ sich nicht aufschieben.“ Tanya kam auf mich zu und zog mich in eine Umarmung. Perplex erwiderte ich diese.
„Könnte mich bitte jemand aufklären, was hier vor sich geht?“ Die drei wechselten einen tiefen Blick, bevor Edward langsam nickte.
„Also, das ist so...“ begann Tanya mit sorgenvoller Miene...