Kapitel 6
„Ein Streit beginnt oft damit, daß man sich etwas vorwirft und endet damit, daß man sich etwas nachwirft.“ - Robert Lembke
Als wir die Treppen zu meinem Büro hochstiegen, überlegte ich mir schon, was ich ihr sagen würde. Der Gedanke, dass sie fremde Personen in mein Haus eingeladen hatte und noch dazu ohne mein Wissen, hatte mich stinksauer gemacht. Wie konnte sie nur? Sah sie unser Arrangement etwa als eine Art von Spiel oder Revanche? Ich hatte mich gerade erst beruhigt, denn dieser blonde Casanova, den mir Isabella als Ethan vorgestellt hatte, war mir reichlich suspekt. Am liebsten hätte ich ihn von ihr weggezogen!
Was scherte sie mich eigentlich? Sie war doch bloß Mittel zum Zweck! Der Zorn und die Spannung, die ich in dem Moment, als er sie losließ, empfand, kam wieder. Fasziniert hatte ich sie betrachtet. So ein Lachen hatte ich noch nie von ihr gehört. Weshalb verhielt sie sich in meiner Gegenwart nicht so? Verdammt! Versuchte ich mir gerade einzureden, dass es mir gefiel, dass mich Isabella mochte? Was war nur los mit mir? Ich brauchte eindeutig Abstand. Ein, zwei Tage in D.C. und ich wäre schnell wieder der alte Edward Cullen. Die Rothaarige, welche ich letztens kennengelernt hatte, war genau nach meinem Geschmack.
Isabellas Hand löste sich aus meiner, und es hatte sich sehr vertraut angefühlt händchenhaltend zu gehen. Sobald ich die Tür hinter mir schloss, ließ ich meine zuvorkommende Maske, die von Tanya als nettes Politikergesicht abgestempelt wurde, sinken und ich sah sie wütend an.
„Wie kommst du nur auf die Idee, ohne mein Wissen, diese fremden Leute einzuladen? Was wäre, wenn ich wichtige Personen hier hätte, um mit ihnen etwas für den Wahlkampf zu besprechen? Woher willst du wissen, dass sie das nicht gleich Black petzen werden?“, fuhr ich sie an. Schnaubend ging ich zu der kleinen Kommode und entnahm daraus sowohl ein Glas, als auch die halbvolle Flasche Scotch. Zittrig vor aufkeimender Wut schenkte ich mir großzügig ein und kippte sogleich das Getränk auf ex hinunter. Danach sah ich sie wartend mit hochgezogener Augenbraue an. Isabella stand in der Mitte des Raumes und hatte ihre Arme als Schutz vor ihrem Körper gekreuzt. Diese Abwehrhaltung zeigte mir, dass sie keine Lust auf die Auseinandersetzung mit mir hatte. Doch plötzlich änderte sich etwas in ihrem Gesichtsausdruck. Sie verengte die Augen und starrte mich an.
„Ich kenne die vier seit meinem Studienbeginn und weiß, dass sie keine Spitzel sind, so wie du sie momentan gerade darstellen möchtest. Außerdem bist du nur hier oben und wärst du nicht hinuntergekommen, hättest du sie nicht einmal bemerkt! Glaubst du etwa, dass sie vorhaben dir zu schaden? Hier Wanzen oder ähnliche Dinge anzubringen? Bist du jetzt schon so paranoid? Wirklich, Edward, sieh es lockerer, sonst werden alle von dir davonrennen!“ Ich konnte mein Lachen, welches sich aufbaute, nicht mehr länger unterdrücken.
„Weißt du wie viele Drohbriefe am Tag Emmett erhält? Sehr viele, mehr als du dir vorstellst. Woher willst du wissen, dass sie nicht für Black arbeiten, oder sich mit Informationen über mich ihr Studium finanzieren wollen? Kannst du etwa in ihre Köpfe sehen? Weißt du was sie denken? Nein. Daher stelle nicht solche Behauptungen auf, überhaupt nicht wenn es um Loyalität und Vertrauen geht. Man kann niemanden vertrauen auf dieser Welt, denn jeder Mensch ist ab einer bestimmten Summe korrupt! Merk dir das, Isabella, jeder ist käuflich. Ich habe keine Angst davor, dass sie hier Spionagewerkzeuge installieren, da das Haus jede Nacht überprüft wird und wir hier die neueste Technik haben. Ich bin sehr auf meine Sicherheit, die meiner Familie – zu der du jetzt zählst, da du meine Verlobte bist – und Angestellten bedacht. Es wäre mir nicht entgangen. Der zuständige Sicherheitsbeamte hätte mich informiert. Und zwar in…“ Ich sah prüfend auf meine Uhr. „…spätestens fünf Minuten, denn zu jeder vollen Stunde bekomme ich einen Bericht, falls etwas „Ungewöhnliches“ im Haus vorgehen sollte. Das bezieht sich auf unwillkommene Gäste, oder welche, die abseits der Zonen, die für Besucher gedacht sind, unterwegs sind. Und deine Freunde waren nicht angemeldet, daher fallen sie in Kategorie eins. Schließlich ist es sein Job sich um meine Sicherheit zu kümmern. Würde ich ihm nun mitteilen, dass deine Freunde unerwünscht wären, dann finden sie sich schneller auf der Straße wieder, als du Edward sagen kannst.“
Ich schenkte mir nach und nippte dieses Mal nur daran, denn der Scotch brannte immer noch leicht in meiner Speiseröhre und im Magen. Während meiner kleinen Rede hatte ich Isabella genau beobachtet. Sie hatte ihre Hände zu Fäusten geballt, die Augen zusammengekniffen und die Lippen aufeinander gepresst. Klare Anzeichen dafür, dass sie wütender war, als zuvor. Langsam konnte ich so manches Auftreten und bestimmte Zeichen ihrer Körpersprache deuten, sowie die Mimik ihrer Gefühlslage zuordnen.
„Nein, ich weiß nicht was sie denken, und das ist auch gut so, aber das heißt nicht, dass ich sie nicht zu schätzen vermag. Und die vier sind ehrliche Menschen, die mir immer zur Seite standen, wenn ich hier einmal Freunde brauchte und wenn Alice und Rose keine Zeit hatten, beziehungsweise nicht zur Stelle waren. Sie haben genug Geld, sonst hätte Dad mit Sicherheit schon Mittel und Wege gefunden, dass ich keinen Kontakt zu ihnen hätte. Ich bin nicht dumm, Edward. Ich weiß, dass ihr beide zusammen etwas plant und für euch nur Vorteile herausspringen! Was Charlie sich davon erwartet, außer vielleicht der Vater einer First Lady zu werden, kann ich leider nicht sagen. Deinen eigenen Nutzen, habe ich schon längst herausgefunden, eine Frau, die dir hilft Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Aber glaubst du nicht, dass auch ich einen sehr großen Einfluss auf dich, den Secret Service und die Medien haben werde, wenn ich einmal First Lady bin? Du bekommst dadurch nicht nur Macht, sondern ich ebenfalls.“ Anscheinend war sie mit ihrer kleinen und überaus lächerlichen Rede zufrieden, da sie mich belustigt angrinste. Bevor ich jedoch etwas erwidern konnte und ihr somit zeigen, dass dies alles Unsinn war, was sie gesagt hatte, klingelte mein Handy.
„Senator Cullen“, nahm ich barsch ab, da ich nicht auf die Nummer gesehen hatte.
„Senator, Angela spricht. Ich werde Ihnen gleich einen Link via Mail schicken, den Sie sich unbedingt ansehen sollten. Sprechen Sie auch darüber mit Ihrer Verlobten, denn falls diese Geschichte stimmt, dann stehen wir in einer Zwickmühle, die schnellst möglich geklärt werden sollte. Bis jetzt gibt es positives Feedback, doch dies kann sich rasant ändern und ich bin – genauso wie Sie – um die Wähler besorgt, denn diese könnten das nicht so gut auffassen, wie die Presse.“ Schnell legte ich auf, ging um den Tisch herum und öffnete die gerade eingetroffene Mail. Isabella betrachtete mich, als wäre ich womöglich irre, doch ich ignorierte sie geflissentlich. Die Browserseite sprang auf und das erste was ich erkannte, war sie auf einem Foto von heute Nachmittag, mit einer Tüte in der Hand und auf dem Boden irgendwelche Packungen aufsammelnd. Die Headline erklärte dann auch schon den Rest.
Als wir die Treppen zu meinem Büro hochstiegen, überlegte ich mir schon, was ich ihr sagen würde. Der Gedanke, dass sie fremde Personen in mein Haus eingeladen hatte und noch dazu ohne mein Wissen, hatte mich stinksauer gemacht. Wie konnte sie nur? Sah sie unser Arrangement etwa als eine Art von Spiel oder Revanche? Ich hatte mich gerade erst beruhigt, denn dieser blonde Casanova, den mir Isabella als Ethan vorgestellt hatte, war mir reichlich suspekt. Am liebsten hätte ich ihn von ihr weggezogen!
Was scherte sie mich eigentlich? Sie war doch bloß Mittel zum Zweck! Der Zorn und die Spannung, die ich in dem Moment, als er sie losließ, empfand, kam wieder. Fasziniert hatte ich sie betrachtet. So ein Lachen hatte ich noch nie von ihr gehört. Weshalb verhielt sie sich in meiner Gegenwart nicht so? Verdammt! Versuchte ich mir gerade einzureden, dass es mir gefiel, dass mich Isabella mochte? Was war nur los mit mir? Ich brauchte eindeutig Abstand. Ein, zwei Tage in D.C. und ich wäre schnell wieder der alte Edward Cullen. Die Rothaarige, welche ich letztens kennengelernt hatte, war genau nach meinem Geschmack.
Isabellas Hand löste sich aus meiner, und es hatte sich sehr vertraut angefühlt händchenhaltend zu gehen. Sobald ich die Tür hinter mir schloss, ließ ich meine zuvorkommende Maske, die von Tanya als nettes Politikergesicht abgestempelt wurde, sinken und ich sah sie wütend an.
„Wie kommst du nur auf die Idee, ohne mein Wissen, diese fremden Leute einzuladen? Was wäre, wenn ich wichtige Personen hier hätte, um mit ihnen etwas für den Wahlkampf zu besprechen? Woher willst du wissen, dass sie das nicht gleich Black petzen werden?“, fuhr ich sie an. Schnaubend ging ich zu der kleinen Kommode und entnahm daraus sowohl ein Glas, als auch die halbvolle Flasche Scotch. Zittrig vor aufkeimender Wut schenkte ich mir großzügig ein und kippte sogleich das Getränk auf ex hinunter. Danach sah ich sie wartend mit hochgezogener Augenbraue an. Isabella stand in der Mitte des Raumes und hatte ihre Arme als Schutz vor ihrem Körper gekreuzt. Diese Abwehrhaltung zeigte mir, dass sie keine Lust auf die Auseinandersetzung mit mir hatte. Doch plötzlich änderte sich etwas in ihrem Gesichtsausdruck. Sie verengte die Augen und starrte mich an.
„Ich kenne die vier seit meinem Studienbeginn und weiß, dass sie keine Spitzel sind, so wie du sie momentan gerade darstellen möchtest. Außerdem bist du nur hier oben und wärst du nicht hinuntergekommen, hättest du sie nicht einmal bemerkt! Glaubst du etwa, dass sie vorhaben dir zu schaden? Hier Wanzen oder ähnliche Dinge anzubringen? Bist du jetzt schon so paranoid? Wirklich, Edward, sieh es lockerer, sonst werden alle von dir davonrennen!“ Ich konnte mein Lachen, welches sich aufbaute, nicht mehr länger unterdrücken.
„Weißt du wie viele Drohbriefe am Tag Emmett erhält? Sehr viele, mehr als du dir vorstellst. Woher willst du wissen, dass sie nicht für Black arbeiten, oder sich mit Informationen über mich ihr Studium finanzieren wollen? Kannst du etwa in ihre Köpfe sehen? Weißt du was sie denken? Nein. Daher stelle nicht solche Behauptungen auf, überhaupt nicht wenn es um Loyalität und Vertrauen geht. Man kann niemanden vertrauen auf dieser Welt, denn jeder Mensch ist ab einer bestimmten Summe korrupt! Merk dir das, Isabella, jeder ist käuflich. Ich habe keine Angst davor, dass sie hier Spionagewerkzeuge installieren, da das Haus jede Nacht überprüft wird und wir hier die neueste Technik haben. Ich bin sehr auf meine Sicherheit, die meiner Familie – zu der du jetzt zählst, da du meine Verlobte bist – und Angestellten bedacht. Es wäre mir nicht entgangen. Der zuständige Sicherheitsbeamte hätte mich informiert. Und zwar in…“ Ich sah prüfend auf meine Uhr. „…spätestens fünf Minuten, denn zu jeder vollen Stunde bekomme ich einen Bericht, falls etwas „Ungewöhnliches“ im Haus vorgehen sollte. Das bezieht sich auf unwillkommene Gäste, oder welche, die abseits der Zonen, die für Besucher gedacht sind, unterwegs sind. Und deine Freunde waren nicht angemeldet, daher fallen sie in Kategorie eins. Schließlich ist es sein Job sich um meine Sicherheit zu kümmern. Würde ich ihm nun mitteilen, dass deine Freunde unerwünscht wären, dann finden sie sich schneller auf der Straße wieder, als du Edward sagen kannst.“
Ich schenkte mir nach und nippte dieses Mal nur daran, denn der Scotch brannte immer noch leicht in meiner Speiseröhre und im Magen. Während meiner kleinen Rede hatte ich Isabella genau beobachtet. Sie hatte ihre Hände zu Fäusten geballt, die Augen zusammengekniffen und die Lippen aufeinander gepresst. Klare Anzeichen dafür, dass sie wütender war, als zuvor. Langsam konnte ich so manches Auftreten und bestimmte Zeichen ihrer Körpersprache deuten, sowie die Mimik ihrer Gefühlslage zuordnen.
„Nein, ich weiß nicht was sie denken, und das ist auch gut so, aber das heißt nicht, dass ich sie nicht zu schätzen vermag. Und die vier sind ehrliche Menschen, die mir immer zur Seite standen, wenn ich hier einmal Freunde brauchte und wenn Alice und Rose keine Zeit hatten, beziehungsweise nicht zur Stelle waren. Sie haben genug Geld, sonst hätte Dad mit Sicherheit schon Mittel und Wege gefunden, dass ich keinen Kontakt zu ihnen hätte. Ich bin nicht dumm, Edward. Ich weiß, dass ihr beide zusammen etwas plant und für euch nur Vorteile herausspringen! Was Charlie sich davon erwartet, außer vielleicht der Vater einer First Lady zu werden, kann ich leider nicht sagen. Deinen eigenen Nutzen, habe ich schon längst herausgefunden, eine Frau, die dir hilft Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Aber glaubst du nicht, dass auch ich einen sehr großen Einfluss auf dich, den Secret Service und die Medien haben werde, wenn ich einmal First Lady bin? Du bekommst dadurch nicht nur Macht, sondern ich ebenfalls.“ Anscheinend war sie mit ihrer kleinen und überaus lächerlichen Rede zufrieden, da sie mich belustigt angrinste. Bevor ich jedoch etwas erwidern konnte und ihr somit zeigen, dass dies alles Unsinn war, was sie gesagt hatte, klingelte mein Handy.
„Senator Cullen“, nahm ich barsch ab, da ich nicht auf die Nummer gesehen hatte.
„Senator, Angela spricht. Ich werde Ihnen gleich einen Link via Mail schicken, den Sie sich unbedingt ansehen sollten. Sprechen Sie auch darüber mit Ihrer Verlobten, denn falls diese Geschichte stimmt, dann stehen wir in einer Zwickmühle, die schnellst möglich geklärt werden sollte. Bis jetzt gibt es positives Feedback, doch dies kann sich rasant ändern und ich bin – genauso wie Sie – um die Wähler besorgt, denn diese könnten das nicht so gut auffassen, wie die Presse.“ Schnell legte ich auf, ging um den Tisch herum und öffnete die gerade eingetroffene Mail. Isabella betrachtete mich, als wäre ich womöglich irre, doch ich ignorierte sie geflissentlich. Die Browserseite sprang auf und das erste was ich erkannte, war sie auf einem Foto von heute Nachmittag, mit einer Tüte in der Hand und auf dem Boden irgendwelche Packungen aufsammelnd. Die Headline erklärte dann auch schon den Rest.
„Ist sie schwanger? Werden wir vielleicht ein zweites Mal nach Präsident Grover Clevelands‘ Tochter ein First Baby haben?“
Damit hatte sie sich nun ein Eigentor geschossen und mich noch erzürnter gemacht, als ich es schon war. Dies würde jetzt ihr Untergang werden. Lächelnd sah ich zu Isabella auf. Nun, wenn sie dieses Spielchen spielen wolle, dann könnten wir das auch liebend gerne tun.
„Du hast also den unabdingbaren und frühzeitigen Wunsch eine Familie zu gründen? Wie viele Kinder wären dir denn recht? Ich tendiere zu zwei oder drei. Und da ich ein guter Ehemann sein möchte, werden wir auch gleich nach unserer Hochzeit beginnen, deinem sehnlichsten Verlangen ein Baby dein eigen zu nennen, zu erfüllen. Außerdem bringt dies ja auch reichlich positive Presse, so wie deine heutige Aktion mit den Schwangerschaftstests.“ Ungläubig sah sie mich an und wich einen Schritt zurück, als ich aufstand und auf sie zukam.
„Ich bin wirklich schwanger, schließlich wärst du nicht mein erster Mann. Charlie weiß eben auch nicht alles von mir.“ Versuchte sie sich gerade ernsthaft zu verteidigen? Es war einfach nur lächerlich. Ich hatte im Laufe des Tages ihre Krankenakte geschickt bekommen und selbst ihre Frauenärztin bestätigte, dass sie noch Jungfrau war. Jeder Mensch ist käuflich und dies galt auch für Ärzte – so leid mir das auch tat.
„Da täuscht du dich, meine Liebe. Du hast kein einziges Geheimnis vor mir. Ich weiß selbst von deinem kleinen Tattoo unterhalb der Brust und muss gestehen, dass es zu dir passt, aber das nur so nebenbei erwähnt. Weißt du, selbst deine Ärzte sind käuflich und ich sage es dir abermals, vertraue niemanden. Ich selbst habe nur eine Handvoll von Vertrauenspersonen und von jenen, weiß jeder nur einen bestimmten Teil, somit haben nicht alle den gleichen Wissensstand und einiges behalte ich auch für mich selbst…“ zum Beispiel, dass ich gute Kontakte zum CIA, FBI und der Navy hatte, welche mich immer mit genügend Information bezüglich der Kriege und Drohungen auf dem neuesten Stand hielten, was natürlich nicht legal war.
„Und das macht einen guten Politiker aus. Wir ziehen die Fäden im Hintergrund und wie ich dir schon gestern Abend gesagt hatte, ich kann dich fertig machen und nicht umgekehrt. Schließlich bin ich derjenige von uns beiden, der Senator mit einer ausreichenden Menge an Geldmitteln ist. Außerdem lasse ich jetzt gleich deine vier Freunde durch ein nettes Programm laufen, um zu sehen, ob sie in der Datenbank vorkommen, wenn ja, dann darfst du dich gleich von dem oder derjenigen verabschieden, denn so jemanden dulde ich weder in meinem Haus noch im Umfeld meiner Familie. Und ich werde dir auch gleich eine neue Gynäkologin suchen, die auch mit ins Weiße Haus darf, sofern ich gewinne. Schließlich möchte ich ja Kinder mit dir haben.“ Mein Sarkasmus war im letzten Satz nur allzu deutlich zu bemerken. Geschockt sah sie mich an. Ihre Augen hatte sie aufgerissen. Die Situation erinnerte mich stark an gestern Abend. Sie veränderte ihre Körperhaltung merklich und begann ihre Rede.
„Hör du mir jetzt einmal zu. Ich werde mit Sicherheit nicht deine Geburtsmaschine werden, damit du dich mit den Kindern rühmen und sie für politische Zwecke einsetzen kannst. Das wäre mehr als nur falsch! Ich möchte meine Ärzte behalten, da sie kompetent sind, auch wenn sie für Geld Geheimnisse preisgeben…“ Ich begann schallend zu lachen. Doch sie fuhr unbeirrt fort, was mich wiederum erstaunte, da ich das nicht von ihr gedacht hätte, dass sie über mich hinwegsieht. „Außerdem verbiete ich es dir, dass du meine Freunde durch dein Schnüffel-Programm durchlaufen lässt. Mir ist es egal, ob sie einmal falsch geparkt haben, oder wegen etwas angezeigt worden sind. Zumal ich mir dies bei den Vieren eindeutig nicht vorstellen kann. Ich bitte dich ebenso meine Privatsphäre zu schätzen und zu dulden, denn sonst kann auch ich dich in gewissen Situationen kompromittieren, wo es überhaupt nicht angebracht wäre.“ Erhobenen Hauptes stand sie vor mir, ihr Kinn nach vorne gereckt und mich anblitzend vor Wut. Ich hatte einen Nerv getroffen, denn ihre Freunde schienen ihr heilig zu sein. Somit hatte ich ihre Achillesferse herausgefunden.
„Ich fordere nicht von dir, dass du mir Kinder gebärst, nur die Bilder mit den Schwangerschaftstest in der Klatschpresse, lassen sehr darauf schließen, dass du gerne welche hättest und diesen Wunsch erfülle ich dir mit Vergnügen. Zumal es wirklich positive Presse mit sich bringt. Jedoch hat man als Präsidentenpaar keine Privatsphäre mehr. Das heißt, dass wir Personen der Öffentlichkeit sind und dem Staat USA unterliegen, was mich mehr betrifft als dich. Ich werde dich mit Sicherheit keine Ärzte mehr konsultieren lassen, die Informationen an Dritte weitergeben. Mit meinen Anwälten werde ich neue Verschwiegenheitsdokumente erstellen, die noch verschärfter gelten, falls eine Schwangerschaft irgendwann einmal eintreten sollte. Du kannst mir nichts verbieten, sondern froh sein, dass ich mich um dein Leben sorge. Hast du damals den Terroristen von 9/11 angesehen, dass sie das World Trade Center, das Pentagon und das Kapitol angreifen wollen? Ich würde an deiner Stelle nicht für die vier dort unten meine Hand ins Feuer legen! Und wie gerade eben erwähnt, wird für uns beide der Begriff Privatsphäre nichtssagend sein, denn wir werden so etwas die vier – hoffentlich acht – Jahre nicht kennen. Wir werden auf Schritt und Tritt überwacht, nur in den Privaträumen und im Bad sind wir alleine, wobei dann Agenten vor den Türen stehen werden! Also finde dich langsam damit ab, schließlich sieht es stark danach aus, als würde ich die Wahl gewinnen.“ Als sie mir antworten wollte, hob ich einfach nur den Arm.
„Lass es einfach. Sieh dich als geschlagen an und geh zu deinen Freunden. Sie warten bestimmt schon und ich möchte keine weiteren unangenehmen Artikel in der Presse lesen. Deine heutige Aktion war schon genug.“
„Ich werde mich mit Sicherheit nicht geschlagen geben. Wir werden diese Diskussion vertagen, denn du hast noch lange nicht gewonnen, Edward Anthony Cullen!“, giftete sie mich an. Doch ich hatte schon längst gewonnen, trotzdem war diese Frau solch ein Sturkopf, dass sie bis zum bitteren Ende kämpfen würde. Aber wenn sie es so wollte, konnte sie gerne noch eine Portion oben drauf haben.
„Isabella, bevor du nun gehst, wollte ich dir nur sagen, dass ich dir noch beibringen muss, wie man küsst. Das war vorhin nicht wirklich schlecht, aber auch nicht umwerfend gut, aber was soll ich von einer Frau erwarten, die noch Jungfrau ist und kaum einen Mann geküsst hat? Sei der Fall der Benotung gegeben, würdest du maximal ein C- wenn nicht sogar ein D bekommen. Jedoch muss ich gestehen, dass du noch Potential hast. Daher werden wir das trainieren, sobald wir alleine sind und ich Zeit dafür habe. Ich werde zweifelsohne aus diesem rohen Diamanten, ein wahres Schmuckstück formen. Da bin ich mir ganz sicher, sonst wäre ich nicht Edward Cullen. Du brauchst nur jede Menge Übung und ich stelle mich – als vorbildlicher Verlobter – natürlich als dein Übungsobjekt und Trainer zur Verfügung. Denn ich will später auch meinen Spaß haben, wenn wir bei öffentlichen Veranstaltungen ein paar Zärtlichkeit austauschen. Außerdem müssen wir noch an deinen schauspielerischen Fähigkeiten feilen. Wenn deine Freunde uns das abgekauft haben, dann nur aufgrund meines Manipulationstalentes und unwiderstehlichen Charmes, mit dessen ich jede Frau einwickeln kann. Selbst du, Isabella, hast mir vorhin nicht widerstehen können.“ Ich verlagerte meinen Körper so, dass mein Rumpf näher bei ihr war, was sie zurückweichen ließ. Sofort ging ich einen Schritt auf sie zu und drängte sie, wie in der vergangenen Nacht, gegen die Wand. Die Lippen öffneten sich einen Spalt und ein leises Keuchen entwich ihr. Ohne sie zu berühren stand ich vor ihr und fixierte ihre Augen mit den meinen.
„Dein Haar glänzt sehr schön und in diesem Licht kommen deine Augen besonders zur Geltung.“ Eine meiner üblichen Floskeln. Ich versprühte nur einen winzigen Teil meines allzu bekannten Charmes und bemerkte schon, wie Bella auf mich reagierte. Ein winziges Stück lehnte ich mich wieder zu ihr und sie kam mir augenblicklich entgegen. Mich hinunterbeugend musste ich zu grinsen beginnen, fasste jedoch wieder meine Maske, denn ich wollte meinen Plan ihr zu zeigen, dass sie mir im Handumdrehen verfiel, nicht zerstören. Als ich mit der Wange ihren Hals streifte, hörte ich sie nach Luft schnappen.
„Weißt du, wie gut du riechst? Süß, wie frischen Erdbeeren, die noch warm von den letzten Strahlen der Sonne sind, so unschuldig, wie Jasmin, der gerade in voller Blüte steht und von der letzten Träne des Morgentaues erst vor kurzem befreit wurde, um sich nun seiner Schönheit zu vergewissern …“, flüsterte ich gegen den Hals und wanderte mit meinen Lippen hinauf zu ihrem Mund und verharrte dort. In der Zwischenzeit war die rechte Hand auf meine Brust, genau dort wo mein Herz saß gewandert und die linke zu meinem Hals. „Und zum Schluss so exotisch wie die leichte Brise aus dem Süden, wenn man in Florida am Strand steht, die nach allen möglichen Früchten riecht und sich zu einer exquisiten und gedankenvernebelnden Mischung verbindet, bevor ein Hurrikan über das Land zieht.“
Abrupt löste ich mich von ihr, ging zu meinem Schreibtisch und lehnte mich gegen jenen. Grinsend betrachtete ich ihr Mienenspiel, welches mitsamt der ganzen Unterhaltung besser war als jede Comedy Show in meinem Lebens.
Sie öffnete ihren Mund mehrmals, ohne jeglichen Ton von sich zu geben.
„Ich wusste nicht, dass du unter die Fische gegangen bist. Wenn dem so sei, teile mir dies bitte mit, denn dann werde ich für dich ein Aquarium erbauen, sowie einrichten lassen. Und mit diesem kleinen Exkurs wollte ich dir nur beweisen, dass ich dich bezirzen kann, wenn ich möchte und du mir nicht widerstehen kannst.“ Isabella stand immer noch wie angewurzelt da. Während sie mich verblüfft anstarrte, trank ich mein Glas Scotch aus und ging schließlich wieder zu ihr. Zwar wusste ich nicht was in ihrem Kopf vor sich ging, aber ich konnte es vielleicht erahnen.
Plötzlich hob sie ihre Hand und erteilte mir eine Ohrfeige, die stärker war, als alles Bisherige. Verdammte Scheiße, sie hatte aber einen ordentlichen Schlag drauf. Kein Wunder, dass der Mann gestern so geheult hatte.
„Wage es ja nie wieder, das bei mir zu machen, sonst wachst du kastriert auf!“, spie sie mir entgegen, zog schnaubend von dannen und schmiss schlussendlich die Tür ins Schloss, sodass der Knall bestimmt bis ins Erdgeschoss zu hören war. Seufzend ließ ich mich in meinen Sessel fallen und massierte mir meine glühende Wange. Hoffentlich würde man den Fleck nicht noch sehen, wenn ich hinunter ging. Einen prüfenden Blick in den Spiegel und ich betastete mein brennendes Gesicht, welches flammenrot war. Aufgrund der Schmerzen verzog ich jenes, was wiederum nicht gut war, denn das schon schmerzhafte Ziehen intensivierte sich noch mehr. Eines musste ich ihr lassen, sie schlug schon fast so fest zu wie Emmett. Aber ich hatte mich nun anderen Dingen zu widmen, als meinem Äußeren, denn ich bekam gerade am Rande mit, dass ich zwei neue Mails hatte.
Eben hatte ich von Angela eine weitere Mail erhalten, in welcher abermals Links zu verschiedenen Klatschseiten waren. Als ich mir alles durchgelesen hatte, kam ich zu dem Schluss, dass Isabellas Aktion, sogar mehr positive als negative Presse brachte. Es gab einen Artikel von einem Klatschblatt mit der Überschrift.
„Heiratet er sie, weil sie schwanger ist?“
Das war lächerlich, wobei es ein möglicher Grund war und daher nicht abwegig. Aber da musste ich mir eine Ausrede einfallen lassen. Nach unserer Hochzeit würde um diese Gerüchte kein Dementi mehr erforderlich sein, schließlich wollte sie ja unbedingt eines haben. Schließlich würde das eine sehr vorteilhafte PR mit sich bringen. Als nächstes öffnete ich die Mail von Jasper. Sie war bezüglich des kommenden TV-Duells mit den anderen Kandidaten, bei dem auch Jacob Black dabei sein würde. Er meinte, dass ich mir fundierte Argumente einfallen lassen sollte und zwar richtig gute und keine Null-acht-fünfzehn.
Nach einer halbstündigen Brainstorming Aktion meinerseits, hatte ich eine Idee. Dafür würde ich die Politikwissenschaftsstudenten unten im Erdgeschoss brauchen. Und ich wusste auch schon, welcher von jenen meine Rolle übernehmen würde. Ich überprüfte meine Wange nach sichtbaren Anzeichen, bevor ich grinsend und mit einem bedruckten Stück Papier in der Hand, um mir einen Kaffee zu holen beziehungsweise zu machen, hinuntereilte. Mir kam das Gelächter und Gekicher schon im ersten Stock entgegen. Als ich in der Küche ankam, hörte ich laut und deutlich, wie sich die Frauen unterhielten. Anscheinend dachten sie nicht daran, dass ich vielleicht mithören könnte. Wie naiv von ihnen das zu glauben. Wobei ich mir jederzeit jedes Gespräch der vergangenen Jahre in diesem Haus anhören könnte, da alles aufgezeichnet wurde, außer in meinem Schlafzimmer.
„Sag schon, Bella, wie ist er so?“ Sofort nahm das meine Aufmerksamkeit in Besitz und ich lauschte gespannt. Was würde sie denn über mich erzählen? Würde sie ernsthaft ihre Freundinnen anlügen?
„Wie meinst du, wie er so ist? Präzisiere dich da einmal bitte.“
„Nun ja. Du weißt schon. Wie ist er privat? Auch so autoritär? Oder lässt er auch mal seine sentimentale Seite zum Vorschein kommen?“ Ich und sentimental, das war ein Paradoxon der Extraklasse. Tanya meinte öfters, dass ich ein gefühlskalter Mensch sei und das nur mit Alex zu tun hatte. Meinen Kopf schüttelnd goss ich mir einen starken Kaffee ein und hörte weiter mit.
„So wie jeder andere Mensch auch. Wisst ihr, er kommt täglich komplett erschöpft von den Wahlkampfvorbereitungen zurück. Jedes Mal sagt Edward, dass er am liebsten schnell duschen möchte und dann ins Bett, aber er bleibt immer mir zu liebe etwas auf, damit wir wenigstens einen kleinen Bruchteil des Tages gemeinsam verbringen können. Wir sitzen bei einem guten Glas Wein zusammen und gehen unseren Tag durch. Ab und zu philosophieren wir darüber, was wir anders oder besser hätten machen können, doch das lassen wir meist bleiben. Da wir beide so oder so stets zum selben Ergebnis kommen. Falls mein Tag wirklich einmal sehr nervenaufreibend und kräftezehrend war, massiert er mich sogar, obwohl er kaum noch die Augen offen halten kann. Aber, wenn es dann Nächte wie heute gibt, weil er an einer neuen Kampagne arbeitet, ist er am nächsten Tag unausstehlich. Nicht einmal ein Frühstück ans Bett, viel Kaffee und ein paar Liebesbekenntnisse helfen dann. Sonst ist er immer nett, zuvorkommend, ein wahrer Gentleman. Er hält mir allzeit die Tür auf, lässt mir den Vortritt und erkundigt sich andauernd, ob alles zu meiner Zufriedenheit ist, oder ob er etwas besorgen soll. Das sind ein paar der unzähligen Gründe, weshalb ich Edward Cullen liebe und ihn heiraten werde. Er ist der Mann meiner Träume. Zumal ich doch mit ihm über alles reden kann und wenn ich einmal Probleme habe, hilft er mir diese zu bewältigen.“ Das kollektive Seufzen war nicht zu überhören.
„Und wie ist er im Bett? Schließlich wurde schon auf jeder erdenklichen Plattform – ich sage nur Twitter und Facebook - gepostet, dass du vermutlich schwanger bist und dass er dich nur deshalb heiraten möchte, was ich nach eurem süßen Kuss nur widerlegen kann.“ Kichern ertönte. Ich hatte bis jetzt immer gedacht, dass nur Teenager so sind, aber heute wurde ich eines besseren belehrt. Ich sah sie, wie in diesen Jugendfilmen, am Boden sitzend mit vielen bunten Kissen, einen Pyjama an und eine Tasse Kakao in der Hand. Verdammt, ich war eindeutig filmgeschädigt.
„Wir sind nicht verlobt, nur weil ich ein Kind erwarte, was außerdem Unfug ist. Diese Tests waren für meine Assistentin gedacht, da sie die Vermutung hatte, aber sie ist es leider oder Gott sei Dank nicht, so wie man es eben auslegen möchte. Ich liebe Edward und ich deshalb heirate ich ihn auch, nicht weil ich schwanger bin, oder was weiß ich. Zudem ich doch immer an seiner Seite sein möchte, daher kann ich nur als Verlobte oder besser als Ehefrau überallhin mit und er kann mich dadurch auch besser schützen. Außerdem möchte ich nicht dauernd zu Hause sitzen wie auf heißen Kohlen, um auf seinen Anruf zu warten, ob alles nach Plan verlaufen ist. Und zum Sex sage ich nichts. Eine Frau schweigt und genießt. Hat sich mein Fauxpas wirklich so schnell herumgesprochen?“
„Oh ja, meine Liebe. Als wir weggegangen sind, haben alle im Sekundentakt diese Bilder gepostet. Diese kann ich dir gerne zeigen, wenn wir fertig mit dem Lernen sind. Ich würde es nun für möglich halten, dass eine Hetzjagd auf euch beide beginnt, wenn ihr das nicht demnächst dementiert. Beim Herfahren habe ich schon auf der gegenüberliegenden Straßenseite Paparazzi campieren sehen. Und so etwas endet dann meistens unschön. Heute vor der Uni war es schon wirklich beängstigend nur als Zuschauer, ich weiß nicht, wie du das durchhältst. An deiner Stelle würde ich keine Sekunde ruhig sitzen können, denn meine Angst bezüglich dieser Reporter wäre einfach zu groß.“
Bitte was? Wenn dieser Andrang andauern würde, müsste ich beim Secret Service einen Antrag zum Personenschutz von mir und Isabella stellen und das war einer der Dinge, die ich nie während meines Wahlkampfes machen wollte. Aber hier ging nun einmal die Sicherheit vor und es blieb mir wohl nichts anderes übrig, als diesen Schritt zu tun.
„Jetzt habe ich eindeutig kein Privatleben mehr. Aber welchen Antrieb gibt es diesen Leuten, Bilder von mir via Social Networks zu verbreiten? Ich will und kann den Sinn dahinter nicht verstehen. Kann man das auch nicht unterbinden? Vielleicht ein Gesetz erlassen?“
„So leicht wird dies vermutlich nicht machbar sein, du kennst die Streitigkeiten im Kongress. Aber jetzt zu einem anderen Thema. Wisst ihr schon, wann ihr heiraten wollt?“, kam es von einer anderen Stimme, denn bis jetzt hatte nur eine Frau mit Bella gesprochen.
„Der 20. Juni wäre ein passender Termin, denn fünf Tage vorher wäre noch ein großer Wahlblock und die National Conventions beginnen erst am dritten September. Daher hätten wir bis dorthin Zeit eine Hochzeitsreise zu machen. Sicherlich nicht allzu lang, da wir uns dann um den Wahlkampf kümmern müssen, aber zwei Wochen würde ich doch als sehr angenehm und erholsam nach dem ganzen Stress empfinden. Außerdem könnte ich da einmal komplett abschalten und muss nichts mehr für die Uni lernen. Ich sehe mich schon in der Sonne liegen und endlich etwas Bräune zu haben. Und mit Sicherheit werde ich die meiste Zeit im Meer verbringen. Ich weiß zwar noch nicht wohin wir fliegen, Edward macht darum so ein großes Geheimnis. Das Einzige, das ich weiß, ist, dass es Meer und Strand gibt, sowie dass ausschließlich wir dort sein werden, ohne Paparazzi oder Politik. Einfach nur Zeit für uns zwei.“
Mein Geburtstag also. Ein besseres Geburtstagsgeschenk konnte ich mir aber auch nicht vorstellen. Aber eines musste ich gerade zugeben, sie hatte soeben wie eine Politikerin gesprochen. Anscheinend nützte meine Anwesenheit ihr sich besser auszudrücken. Und ich machte also ein Geheimnis um unser Flitterwochenziel. Da musste ich mir nun etwas einfallen lassen. Etwas, das diesem Bild sehr widersprach. Augenrollend nahm ich einen Schluck und stieß mich von der Wand ab. Langsam ging ich in Richtung der vier Frauen. Wo war denn dieser Ethan geblieben? Wahrscheinlich war er freiwillig gegangen, da er einsehen musste, dass er gegen mich keine Chance hatte.
„Was macht ihr vier hübschen Damen denn schönes? Ich hoffe doch nicht über mich lästern.“ Ich setzte mein Charmeurlächeln auf und sah, wie Isabellas Freundinnen dahin schmolzen. Meiner Wirkung auf Frauen jedes Alters war ich mir bewusst und dies nutzte ich nur zu gerne aus. Für junge Frauen war ich der Liebhaber, für Mütter der Vater ihrer Kinder, für Frauen mit Töchtern der perfekte Schwiegersohn und für Großmütter der gewünschte Enkel.
Widerwillig erhob sich Isabella vom Boden auf, auf dem es sich die Vier gemütlich gemacht hatten, und ich legte den Arm um ihre Taille. Sofort schmiegte sie sich an mich. Das musste ich ihr lassen, eine gute Schauspielerin war sie. Aber ich wollte nicht wissen, wie lange sie für eine passable Antwort wegen der Tests gesucht hatte, die ihr auch jeder abkaufen sollte. Ich beugte mich ein Stück hinunter und küsste sie auf die Stirn. Der Geruch von frisch gewaschenem Haar kam mir entgegen und es roch identisch, wie in dem Hummer heute Nacht.
„Wir haben nur etwas über den Hochzeitstermin, den heutigen Schwangerschaftstest für Angela und wie du so bist, wenn die Presse keinen Zutritt hat, geredet. Also nichts Weltbewegendes, wie du siehst.“ Isabella sah zu mir hoch und ich küsste sie abermals. Danach stellte ich mich hinter sie und platzierte meine Hände auf ihrem Bauch. Ihren Kopf lehnte sie an meine Schulter.
„Wisst ihr, ich hatte gerade eine Eingebung, die eure rhetorischen Fähigkeiten verbessern und die mir auch behilflich sein würde. Und zwar würde ich gerne eine TV-Debatte über die Präsidentschaftskandidatur mit euch durchspielen. Vielleicht kommt die ein oder andere gute Idee dabei zustande. Was meint ihr? Wollt ihr es versuchen?“ Isabellas Freundinnen waren Feuer und Flamme für meine Idee, so wie ich es von ihnen erwartet hatte.